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| Weisses Buch Von Sarnen |
Weisses Buch von SarnenDas Weiße Buch von Sarnen bezeichnet eine um 1470 angelegte Sammlung eidgenössischer Urkunden. Den Namen erhielt das Buch wegen seinem weißen Schweinsleder-Einband.
Dieses Buch erzählt auf 66 Zeilen die älteste Darstellung der verschiedenen Elemente der Befreiungssage von Wilhelm Tell und war der Ausgangspunkt für diese Sage. So berichtet es von einem «Gijssler, dero von Urij und Schwijtz landvogt» und dieser bei der Linde in Altdorf einen Hut auf eine Stange stecken lassen, einen Knecht hingestellt und das Gebot ausrufen lassen: Wer da vorbeigehe, solle sich verneigen, als wäre der Herr selbst anwesend.
Der Glarner Aegidius Tschudi hatte im 16. Jahrhundert diese Chronik mit einigen ihm bekannten Urkunden in sehr freier Weise vereinigt und zu einer für Jahrhunderte massgebenden Schweizergeschichte, dem Chronicon Helveticum, umgestaltet.
Das Buch befindet sich heute im Staatsarchiv von Obwalden in Sarnen.
Kategorie:Schweizer Chronik
Kategorie:Obwalden (Kanton)
1470
Politik und Weltgeschehen
- Eduard IV. wird kurzfristig von durch Heinrich VI. aus Lancaster vom Thron vertrieben
- Portugiesische Seefahrer erreichen Guinea und entdecken die Insel Corisco
- Erste urkundliche Erwähnung der Stadt Oberhof im Herzen Thüringens
- ca. 1470: Johannes Müller (Regiomontanus) erfindet den Jakobstab
- Johann Eberlin von Günzburg, reformatorischer Theologe und Autor († 1533)
- Ferdinand Magellan, portugiesischer Seefahrer († 1521) (geboren 1480?)
- 20. Mai: Pietro Bembo, italienischer Humanist (†1547)
- 6. Juni: Ottilie von Baden, Markgräfin von Baden
- 30. Juni: Karl VIII. von Frankreich († 1498)
- 2. Oktober: Elisabeth von Spanien, eine Prinzessin von Spanien, Königin von Portugal (als Ehegattin, nicht als Regentin aus eigenem Recht) († 1498)
- 4. November: Eduard V., König von England († verm. 1483)
- 5. Dezember: Willibald Pirckheimer, Humanist († 1530)
- 18. Januar: Go-Hanazono, 102. Tennō (Kaiser) von Japan ( - 1419)
- Karl VIII., König von Schweden ( - 1408 oder 1409)
ko:1470년
EidgenossenschaftDer Ausdruck Eidgenossenschaft bezeichnet:
- die Verbindung von Menschen, siehe Eidgenossenschaft (Rechtsbegriff),
- den offiziellen deutschsprachigen Namen der Schweiz, siehe Schweizerische Eidgenossenschaft,
- die so genannt Alte Eidgenossenschaft, ebenfalls in der Schweiz.
Der Ausdruck Eidgenossen bezeichnet:
- ein Synonym für die Schweizer, siehe Schweiz,
- die militärdienstpflichtigen Pferde in der Schweizer Armee.
Wilhelm TellWilhelm Tell ist der Nationalheld der Schweiz, der im frühen 14. Jahrhundert gelebt haben soll.
14. Jahrhundert.
Entstehung einer Legende
Die geschichtliche Existenz Wilhelm Tells ist zwar nicht erwiesen, aber der Freiheitskämpfer und Tyrannenmörder war bereits in der mittelalterlichen Schweiz als mythische Gestalt lebendig, die auch in Theaterspielen auftrat. Der Chronist Aegidius Tschudi verdichtete um 1570 verschiedene überlieferte Versionen der Tell-Erzählung zu einer Sage, die dann vor allem durch die Dramatisierung Friedrich Schillers zunächst in Europa und später weltweit bekannt wurde.
Friedrich Schiller
In Tschudis Tell-Legende lässt der habsburgische Landvogt Gessler zu Altdorf einen Hut auf eine Stange stecken und befiehlt den schweizerischen Untertanen, diesen jedesmal zu grüßen, wenn sie an ihm vorüber gehen. Wilhelm Tell, ein weitherum bekannter Armbrustschütze, verweigert den Gruß und der Vogt befiehlt ihm daraufhin, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen. Sein Kind müsse andernfalls mit ihm sterben. Tell tut widerstrebend, wie ihm geheißen und trifft den Apfel. Als er aber auf die Frage nach dem Zweck des zweiten Pfeils, den er zu sich gesteckt hatte, antwortet, dass derselbe für den Vogt bestimmt gewesen sei, wenn er sein Kind getroffen hätte, befiehlt dieser, ihn gefesselt auf seine Burg nach Küssnacht zu überführen. Auf dem Vierwaldstättersee aber bringt ein Sturm das Schiff in Gefahr, und Tell wird seiner Fesseln entledigt, um dasselbe zu lenken. Geschickt steuert er es gegen das Ufer, wo der Axenberg sich erhebt, springt dort von Bord auf eine hervor ragende Felsplatte, welche noch heute Tellsplatte heißt, eilt darauf über das Gebirge nach Küssnacht, erwartet den Vogt in einem Hohlweg, Hohle Gasse genannt, und erschießt ihn aus sicherem Versteck mit der Armbrust.
Von Tells weiterem Leben wird nur berichtet, dass er 1315 in der Schlacht bei Morgarten mitgefochten und 1354 in dem Schächenbach beim Versuch der Rettung eines Kindes den Tod gefunden habe.
Nachdem schon der Freiburger Guillimann 1607, dann die Basler Christian und Isaak Iselin, der Berner Pfarrer Freudenberger 1752 sowie Voltaire ("Annales de l'Empire") die Geschichte Tells als Fabel bezeichnet hatten, wurde im 19. Jahrhundert durch die Forschungen Kopps u. a. in unzweifelhafter Weise aufgezeigt, dass dieselbe, wie überhaupt die gewöhnliche Tradition von der Befreiung der Waldstätte, einerseits im Widerspruch zur urkundlich beglaubigten Geschichte steht, und dass sie andererseits in keinen zeitgenössischen oder der Zeit näher stehenden Quellen mit irgend einer Silbe erwähnt wird. Erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts taucht die Tellsage auf, und zwar in mindestens zwei Versionen.
Quellenmäßig ist die Erzählung fassbar in einem um 1470 entstandenen Volkslied, sodann in der Luzerner Stadtchronik, die 1482 bis 1488 von Melchior Russ geschrieben wurde. Russ erblickt in Tell den Haupturheber der Befreiung und Stifter des gegen die habsburgische Herrschaft gerichteten Bundes der Eidgenossen. In einer anderen Version, im anonym verfassten, in dem ebenfalls um 1470 geschriebenen anonymen Weißen Buch von Sarnen wird Tells Tat nur als isolierte Episode geschildert und die Initiative im Freiheitskampf vornehmlich der Gestalt des Werner Stauffacher zugeschrieben. Diese Version erscheint auch in der 1507 gedruckten Chronik des Luzernes Etterlin. Erst Tschudi hat die beiden Traditionsstränge zu einer Gesamtsage verwoben, die dann im Lauf der Jahrhunderte noch mancherlei Zusätze bekam und durch den Schweizer Historiker Johannes von Müller und Friedrich Schiller weltweit bekannt geworden ist.
Johannes von Müller
Die so genannten Tellskapellen auf der Tellsplatte, in Bürglen und in der Hohlen Gasse stammen erst aus dem 16. Jahrhundert und sind zum Teil nachweislich zu Ehren von Kirchenheiligen gestiftet worden. In Uri ließ sich keine Familie Tell ermitteln; die Erkenntnisse der Urner Landsgemeinden von 1387 und 1388, welche Tells Existenz bezeugen sollten, sowie die den Namen "Tello" und "Täll" enthaltenden Totenregister und Jahrzeitbücher von Schaddorf und Attinghausen sind als Erdichtungen und Fälschungen nachgewiesen.
Der Autor Max Frisch schrieb eine eigene "Version", nämlich "Wilhelm Tell für die Schule", wo er sich unter anderem auf die dänische Sage bezieht.
Herkunft der Apfelschuss-Sage
Die Sage vom Apfelschuss ist ein uralter indogermanischer Mythos, der in anderem Gewand auch in der persischen, dänischen, norwegischen und isländischen Heldensage vorkommt. In letzterer wird der Held Eigil genannt, von dessen Sohn, König Orentel, Tell vielleicht den Namen erhalten hat. In der dänischen Variante heißt der Held Toko. In der Schweiz ist die offenbar schon vor 1400 im Volk verwuzelte Variante dieses Mythos von den Chronisten des 15. Jahrhunderts zur Ausschmückung der Befreiungssage übernommen worden.
Der Berner Pfarrer Freudiger (1738 bis 1743 Prediger am Inselspital in Bern, Pfarrer von Frutigen und 1747 bis 1752 in Ligerz) betätigte sich als Geschichtsforscher und stellte 1760 die These auf, dass es sich beim schweizerischen Wilhelm Tell um die Nachdichtung einer Episode aus den Gesta Danorum des dänischen Geschichtsschreibers Saxo Grammaticus (ca. 1140 bis 1220) handele. Aus Angst vor den Auswirkungen veröffentlichte er die Abhandlung anonym. Die Saga des Schützen Toko, im Dienste des dänischen Königs Harald Blauzahn (939-966), besagt, dass dieser prahlerische Schütze vom König gezwungen wurde, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen und Toko den König als Rache während eines Liebesabenteuers erschoss. Gottlieb Emanuel Haller übersetzte die Abhandlung ins Französische und veröffentlichte sie wegen der Befürchtungen Freudigers unter seinem eigenen Namen.
Schillers Tell
Gottlieb Emanuel Haller
Das Schauspiel Wilhelm Tell wurde 1803-1804 von Friedrich Schiller geschrieben und am 17. März 1804 am Weimarer Hoftheater uraufgeführt.
Johann Wolfgang von Goethe hatte zwischen 1775 und 1795 mehrmals die Schweiz besucht und war von der Gegend um den Vierwaldstättersee und der Tellsage angetan. Goethe beschaffte sich auch Tschudis Schweizer Chronik und erwog, die Schweizer Befreiungssage dichterisch umzusetzen. Goethe machte Schiller mit der Sage bekannt und schilderte ihm seine Eindrücke von der Gegend. Schiller, welcher niemals in der Schweiz weilte, aber sich als Historiker gut zu unterrichten wusste, schrieb darauf das Tell-Drama in fünf Aufzügen und zeigte dabei eine bemerkenswert gute Ortskenntnis.
Schiller stellt in seiner Interpretation den Schritt Tells aus der Naivität heraus dar, in die er nach dem Tyrannenmord nicht wieder zurückkehren kann. Während Tell zu Anfang des Stückes intuitiv handelt und alles mit wortkargen Kurzstatements abzutun weiß, wird er im letzten Aufzug zu einer redegewandten, fast schon philosophischen Gestalt. Schon im 19. Jahrhundert wurde der fünfte Aufzug allerdings entweder stark gekürzt oder gar nicht gespielt, da gemäss der seit Ludwig Börne herrschenden Lesart Tell hier eine unzeitgemäße Auffassung von Natur und Freiheit zum Ausdruck bringt.
Im Dritten Reich wurde das Stück virtuos in die Nazi-Propaganda integriert. In den ersten Jahren wurde es als "Führerdrama" gepriesen und häufig aufgeführt. Die Hauptfiguren Tell und Werner Stauffacher wurden als ideale Führerpersönlichkeiten interpretiert, Tell-Zitate fanden sich in den meisten Lesebüchern. Schillers Motiv des gerechtfertigten Tyrannenmords scheint jedoch nach mehreren Attentaten auf Hitler (verübt u.a. von dem Schweizer Maurice Bavaud) zu einer völligen Abkehr der Nazis vom Tell geführt zu haben; die Änderung der Einstellung war so dramatisch, dass das Stück am 3. Juni 1941 auf Anweisung Hitlers verboten wurde.
1941 war auch das Jahr, in dem die Schweiz ihr 650jähriges Bestehen feierte. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten wurde oft Bezug auf Wilhelm Tell und insbesondere Schillers Stück genommen; so führte die Tellspiel-Gesellschaft von Altdorf am 1. August die "Rütlischwur"-Szene auf dem Rütli auf. Es ist möglich, dass diese intensive Bezugnahme auf Schillers Tell als Darstellung eines Schweizervolks, das seine Freiheit und Unabhängigkeit erkämpft, mit dazu beitrug, dass er in Deutschland so plötzlich unerwünscht war.
2004 wurde das Stück zu seinem 200-Jahr-Jubiläum erstmals auf dem Rütli aufgeführt und zwar vom Deutschen Nationaltheater Weimar.
Der Originaltext ist frei verfügbar bei [http://www.digbib.org/Friedrich_von_Schiller_1759/Wilhelm_Tell DigBib.Org].
Rossinis Oper
1829 komponierte Gioacchino Rossini die Oper Guillaume Tell. Die Tell-Ouvertüre daraus wurde weltbekannt ([http://www.tell.ch/sound/williamtell.mid Hörprobe]).
"Maskottchen" des frühen schweizerischen Nationalstaates
Wer nicht an die geschichtliche Existenz des Freiheitskämpfers Tells glaubte, galt in der Schweiz des 19. Jahrhunderts schon fast als Vaterlandsverräter: In der Eidgenossenschaft gehörte diese Optik zum Widerstand der "Konservativen" gegen die wirtschaftsliberale Staatsauffassung, welche zumindest teilweise auf den Ideen der Französischen Revolution von 1789 fusste. Als um 1830 der liberale Luzerner Historiker Kopp es wagte, die auf Schillers Tell basierenden patriotischen Deutungen in Zweifel zu ziehen, geschah auf dem Rütli ein weiteres "Attentat": eine Kopp darstellende Puppe wurde verbrannt.
Dass sich bei der Gestaltung des schweizerischen Bundesstaates von 1848 die liberalen Kräfte durchsetzten, bedeutete jedoch keineswegs das Ende der Tell-Verehrung. 1848 wurde nämlich Tell - neben Helvetia - offiziell als nationales Freiheitssymbol der jungen Schweiz eingeführt. Anlässlich der Feiern "600 Jahre Eidgenossenschaft" 1891 wurde Tell endgültig zum Symbol der nationalen Identität erhoben. So trug der von Schiller geschaffene Zentralschweizer Heldenmythos schließlich zur Versöhnung der "Liberalen" mit den "Konservativen" bei.
Siehe auch
- Tyrannenmord
Weblinks
- [http://www.geschichteinchronologie.ch/europa-index1.html Wilhelm Tell ist gelogen] Offizieller Schweizer Artikel (Coopzeitung) und Angaben aus einem Mittelalterseminar der Universität Zürich
- [http://www.Tell.ch Wilhelm Tell]
- [http://gutenberg.spiegel.de/schiller/tell/tell.htm Gutenberg-De-Projekt: Schauspiel Wilhelm Tell (Friedrich Schiller)]
- [http://www.tellmuseum.ch Tellmuseum]
- [http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=1648 Illustrationen von Otto Peter zum Schauspiel Wilhelm Tell (Friedrich Schiller)]
- [http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/schiller/tell_koschorke.pdf Albrecht Koschorke: Brüderbund und Bann. Das Drama der politischen Inklusion in Schillers „Tell“]
- [http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/schiller/tell_grimm.pdf Sieglinde Grimm: Ästhetische Erziehung revisited: Schillers Wilhelm Tell]
- [http://www.swissinfo.org/sde/swissinfo.html?siteSect=2312&sid=5058499&cKey=1090843480000 Shakespeares Verlust war Schillers Gewinn]
- Zu Schillers "Natur"-Begriff [http://www.wissen-im-netz.info/literatur/schiller/prosa/aestherzieh/index.htm]
- [http://www.swissinfo.org/sde/swissinfo.html?siteSect=2300 Dossier zu Wilhelm Tell von Swissinfo]
- [http://www.tell-thegame.ch Tell - Dawn of a Legend] Ein Computerspiel über den Nationalhelden, von Schweizern entwickelt
Tell, Wilhelm
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Wilhelm Tell
Wilhelm Tell
Wilhelm Tell
Wilhelm Tell
Wilhelm Tell
Kategorie:Drama
Tell, Wilhelm
Tell, Wilhelm
Tell, Wilhelm
als:Wilhelm Tell
ja:ウィリアム・テル
Aegidius TschudiAegidius Tschudi ( - 5. Februar 1505 in Glarus; † 28. Februar 1572 ebenda) war der erste schweizerische Historiker und zugleich auch Politiker, etwa als Landvogt in Sargans. Eine Büste des auch Gilg Tschudi genannten Geschichtsschreibers ist in der von König Ludwig I. von Bayern errichteten Walhalla aufgestellt.
Leben
Tschudi entstammt einer lange schon ansässigen Landammannsfamilie und wächst in den bewegten Zeiten der Reformation auf. Er besucht die in Glarus von Ulrich Zwingli etablierte Lateinschule.
Tschudi versteht es, seine späteren jeweiligen Ämter mit der Einblicknahme in alte Urkunden und Dokumente vor Ort zu verbinden und Erkenntnisse zur Gelehrtenarbeit zu nutzen. Er setzt sich als Anwalt für die katholische Seite ein.
Grundbesitz, Solddienste für die Franzosen und Pensionen gestatten ihm einen Lebenswandel ohne materielle Sorgen.
Seine letzten sieben Lebensjahre verbringt der auch als Herodot der Schweiz bezeichnete Tschudi im heimatlichen Glarus: Dort bringt er die Gallia comata und das Chronicon Helveticum zu Papier.
Politisches Wirken
Die Landsgemeinde überträgt ihm die Landvogtei in Sargans 1530 bis 1532 und nach einem Intermezzo als von der Abtei Sankt Gallen bestellter Obervogt in Rorschach die gemeine Herrschaft Baden 1533 bis 1535 und 1549 bis 1551. Zwischen beiden Badener Amtszeiten betätigt er sich wissenschaftlich.
In der zweiten Jahrhunderthälfte entwickelt sich der bisher in Glaubensfragen verständige Wissenschaftler zu einem fanatischen Gegenreformator. Als Schiedsmann im Locarner Handel entscheidet er zu Gunsten der Katholiken. Seine hartnäckigen Bemühungen, altgläubige Innerschweizer zur militärischen Besetzung des mehrheitlich reformierten Glarnerlandes zu motivieren, veranlassten seine Landsleute, den Glaubensstreit um Glarus "Tschudikrieg" (1560-1564) zu nennen. Tschudi ist als Landammann Führer der katholischen Glarner.
Nächste Station Tschudis wird Rapperswil, von wo aus er den Abschluss des Konzils von Trient verfolgt.
Werke
Als sein Hauptwerk gilt die zwischen 1534-1536 entstandene Schweizer Chronik, welche die Landesgeschichte von 1001 bis zum Jahre 1470 behandelt. Sie existiert in einer zuerst vorhandenen Urschrift zur Geschichtsperiode von 1200 bis 1470 und der späteren Reinschrift zur Zeit nach dem Jahr 1000. Bei Tschudis Tod war bei dieser Schlussfassung das Jahr 1370 erreicht.
Aus der eben erwähnten Chronicon Helveticum (2 Bände, erst 1734-1736 von Johann Rudolf Iselin in Basel herausgegeben) gewinnt die Sage von Wilhelm Tell weitere Verbreitung. Friedrich von Schiller bedient sich später unter anderem dieser Quellensammlung für sein gleichnamiges Drama. Tschudis Geschichtswerk ist vergleichbar mit der "Bairischen Chronik" des Johannes Aventinus.
Eine ähnliche Bedeutung hat sein Werk Gallia comata, eine Beschreibung der helvetischen Frühgeschichte bis zum Jahr 1000. Tschudi vollendet es in seinem Todesjahr 1572, gedruckt wird es 1758. Die Urallt warhafftig Alpisch Rhetia (1538), das einzige zu seinen Lebzeiten veröffentlichte Buch, enthält die erste genaue Schweizer Karte und einen deutschen Text. Damit erhält die Kartografie in seinem Lande Anstösse und Impulse. Theologisch äussert sich der Historiker in seiner grossen Schrift Vom Fegfür (Vom Fegefeuer).
Literatur
Tschudi, Aegidius: Chronicon Helveticum; Historisch-kritische Ausgabe in 22 Teilbänden; Basel 2001; ISBN 3-8551-3126-0
Weblinks
-
Tschudi, Aegidius
Tschudi, Aegidius
Tschudi, Aegidius
Tschudi, Aegidius
Tschudi, Aegidius
Tschudi, Aegidius
Tschudi, Aegidius
Chronicon HelveticumDas Chronicon Helveticum ist eine ursprünglich nur handschriftlich vorliegende Geschichte der Eidgenossenschaft, die der Schweizer Chronist und Historiker Aegidius Tschudi (1505-1572) verfasste.
Tschudis Chronik umfasst die Jahre 1000-1470. Dazu sammelte er gegen 700 Urkunden sowie Überlieferungen (u.a. Weisses Buch von Sarnen), welche von 'Historienmalerei' in der Schilderung von Schlachten, patriotischer Betonung der Rolle des Landes Glarus, über die von der Publizistik seiner Zeit geprägte Darstellung des Konzils von Konstanz bis hin zu der persönlichen Erfahrung als Politiker verfasste Geschichte des Alten Zürichkriegs reichen.
Textausgabe
Historisch-kritische Ausgabe in 22 Teilbänden, Gebunden, 8172 Seiten - Schweizerische Gesellschaft für Geschichte, Basel 2001 ISBN 3855131260
Kategorie:Schweizer Chronik
StaatsarchivStaatsarchive (oder Landesarchive) sind staatliche Archive.
Deutschland
In Deutschland sind Staatsarchive die Archive eines Bundeslandes. Ihnen ist gesetzlich die Aufgabe zugewiesen, die archivwürdigen Unterlagen (Urkunden, Akten, Karten, digitale Daten usw.) der Behörden ihres Gebiets (Archivsprengels) dauerhaft aufzubewahren.
Jedes Bundesland hat eine eigene Archivorganisation. In manchen Ländern gibt es ein so genanntes Hauptstaatsarchiv, in anderen ein so genanntes Landes(haupt)archiv. Zum Beispiel besteht das badische Generallandesarchiv Karlsruhe mit dieser Bezeichnung als eines der Staatsarchive in Baden-Württemberg fort. Im Bundesland Sachsen-Anhalt hingegen gibt es nur ein Landeshauptarchiv, das über die drei Abteilungen Magdeburg (mit den Standorten Hegelstraße, Tessenowhalle und Wernigerode), Merseburg und Dessau verfügt. Diesem Beispiel folgte 2005 auch der Freistaat Sachsen.
Siehe auch: Archivsparten, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz
Österreich
In Österreich dient als zentrales Staatsarchiv das Österreichische Staatsarchiv, das in Wien seinen Sitz hat.
Weblinks
- [http://www.c-wortmann.de/staatsarchive/index.html Staatsarchive in Deutschland]
- [http://www.lad-bw.de www.lad-bw.de]; Übersicht der staatlichen Archive in Baden-Württemberg
- [http://www.archive.nrw.de Übersicht über Archive in NRW]
Kategorie:Archiv
Sarnen
Sarnen ist der Hauptort des Kanton Obwalden in der Schweiz. Es hat 9'400 Einwohner, davon 1'100 Ausländer (2000). Sarnen liegt am nördlichen Ende des Sarnersees auf 470 m ü.M.
In Sarnen gibt es 800 Unternehmen, welche insgesamt 5'857 Mitarbeiter beschäftigen, 9% davon im landwirtschaftlichen Sektor, 31% in der Industrie sowie 60% in Dienstleistungen.
Die Hauptsehenswürdigkeiten sind: Landenberg, die neue Kollegikirche, die Grundacher-Villa und das historische Museum. Sarnen ist bekannt für seine traditionelle Musik.
Im Sommer lässt es sich im Sarnersee gut baden.
In der Nähe von Sarnen befand sich bis Mitte der 90er Jahre eine Sendeanlage für Rundfunk im Mittelwellenbereich mit einer Steilstrahlantenne. Sie diente zur nächtlichen Ausstrahlung des Rundfunkprogramms des Sender Beromünster.
Diese Anlage ist heute abgebaut.
Verkehr
Sarnen ist durch einen Vollanschluss an die Autostrasse A8 sehr gut erschlossen. Die Fahrzeit in den Ballungsraum Luzern beträgt rund 20 min. Die Kantonsstrasse Luzern - Interlaken führt mitten durchs Dorf. Eine Haltestelle der Brünigbahn (heute: Zentralbahn) ermöglicht auch nicht-motorisierten Bewohnern das rasche Verlassen des Tals. Postautoverbindungen führen u.a. nach Alpnach-Dorf und Kerns sowie auf den Glaubenberg.
Weblinks
- [http://www.sarnen.ch/ Offizielle Webseite der Gemeinde Sarnen]
- [http://www.sarnen-tourism.ch/startseite_d.htm Touristische Informationen]
Glaubenberg
Glaubenberg
Kategorie:Ort in der Schweiz
Kategorie:Ort im Kanton Obwalden
Kategorie:Schweizer Gemeinde
Kategorie:Hauptort eines Kantons (Schweiz)
Kategorie:Schweizer ChronikKategorie:Schweizerische Geschichte
Kategorie:Chronik (Literatur) Thể loại:Huyết học
Thể loại:Y khoa
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Thresholding is the simplest method of image segmentation. Individual pixels in a grayscale image are marked as 'object' pixels if their value is greater than some threshold value (assuming an object to be brighter than the background) and as 'background' pixels otherwise. Typically, an object pixel is given a value of '1' while a background pixel is given a value of '0'. The key parameter here is obviously the choice of the thre
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