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Vierwaldstättersee
Der Vierwaldstättersee (engl. Lake Lucerne, franz. Lac des Quatre Cantons, it. Lago dei Quattro Cantoni/Lago di Lucerna, romanisch Lag Lucerna) ist ein von hohen Bergen umgebener, fjordartiger See in der Zentralschweiz (434 m ü.M., 114 km², bis 214 m tief).
Der Vierwaldstättersee wird von der Reuss durchflossen; von deren Einmündung bis zum Ausfluss ist er 38 km lang. Er ist in mehrere Becken gegliedert: Luzerner Bucht, Küssnachter Bucht und Alpnachersee, die Buchten von Horw, Stansstad, Weggis, Buochs, Gersau sowie der Urnersee. Die Küstenlinie beträgt 115 km; das Einzugsgebiet ist 1831 km² gross.
Die Reuss kommt als Bergfluss aus dem Gotthard-Massiv, bringt grosse Mengen Material aus den Bergen, Geschiebe, so hat sich die Delta inzwischen um 10 km weiter nördlich in den Urnersee verschoben. Der Reussgletscher hat am Ende der letzten Eiszeit vor 12'000 Jahren den See hinterlassen, im Luzerner "Gletschergarten" erzählt eine anschauliche Dokumentation die Geschichte der Alpen, der Eiszeiten und ihrer Gletscher.
Name
Seinen Namen hat der Vierwaldstättersee von den vier "Waldstätten", den Anrainer-Kantonen Uri, Schwyz, Unterwalden und Luzern.
Geschichte
Die drei Schweizer Urkantone Uri, Unterwalden und Schwyz sollen sich am Vierwaldstättersee auf der Rütliwiese anfangs August 1291 die ewige Treue geschworen (Rütli-Schwur) haben. Solche Schwurgemeinschaften von benachbarten Orten waren in der damaligen Zeit durchaus üblich, diejenige von 1291 ist aber in dem Bundesbrief (aufbewahrt in Schwyz im Kanton Schwyz) bis heute schriftlich belegt und wird als der eigentliche Anfang der Schweizer Eidgenossenschaft betrachtet.
In dem "Ewigen Bund" ging es damals darum, den Weg zum Gotthard vom allzu fremden Einfluss fernzuhalten, waren doch diese Warentransporte für damalige agrarische Bergsiedlungen ein äusserst wichtiges Einkommen. Der Kaiser Friedrich II. gewährte für den Bergübergang Reichsfreiheit, die weiter – hauptsächlich gegen die Habsburger Machtansprüche – verteidigt werden sollte. Doch de facto erst 1648 – am Ende des 30-jährigen Krieges – wurde im Westfälischen Frieden die Schweiz dann definitiv aus dem Deutschen Reich entlassen.
Verkehr
Bis zum Bau der Axenstrasse 1863 bis 1865 war der Wasserweg die einzige mögliche Verbindung zum Kanton Uri, zum Gotthardpass und damit auch der einzige Weg von den Hansestädten im Norden zu den Häfen und Handelsstädten am Mittelmeer, ob Genua oder Venedig.
Nach dem Bau der Gotthardbahn und der Gotthardautobahn ist die Gegend um den Vierwaldstättersee immer noch ein Verkehrsknoten, auch wenn die Schiffe meist nur noch für Vergnügungsrundfahrten benützt werden. Am Gotthard wird weiter gebaut, der neue Gotthard-Basistunnel soll mit 57 km Länge einst der längste Eisenbahntunnel der Welt werden.
Der 1991 auf alten Verkehrswegen angelegte Wanderweg Weg der Schweiz führt rund um den südlichsten Teil des Sees, den Urnersee.
Tourismus
Auf dem Weg nach dem Orient entdeckten abenteuerlustige Engländer die malerische Bergwelt der Innerschweiz und liessen hier Kur- und Badeorte entstehen: Luzern, Küssnacht am Rigi, Weggis, Vitznau, Gersau, Buochs, Beckenried, Brunnen, Seelisberg, Flüelen. Im 18. Jahrhundert begannen sie mit einheimischer Hilfe, aber auch zur Verwunderung der Einheimischen, die ihnen so exotische Bergwelt zu erobern, zunächst an der Rigi (1797 m ü.M.), zuerst zu Fuss, auf dem Rücken der Maultiere oder in Sänften getragen von einheimischen Lastenträgern. Später erbaute man hier die allererste Zahnradbahn der Welt, die Vitznau-Rigi-Bahn.
Einen solchen Aufstieg auf die Rigi beschrieb auch Mark Twain als Journalist, was in den USA des 19. Jahrhunderts zum Aufblühen des Schweizer Tourismus führte. Am Vierwaldstättersee war der allererste Schweizer Alpenclub beheimatet, und zwar als eine rein britische Angelegenheit.
Die grossartige Landschaft, das milde Klima und die fast schon mediterrane Vegetation machen den Vierwaldstättersee zu einer der meistbesuchten Reisedestinationen Europas. Hier wollen zahlreiche japanische Paare ihren Flitterwochen verbringen oder gar heiraten, hier drehen indische Regisseure ihre bei ihnen zu Hause so beliebten Bollywood-Filme, seitdem die Bergwelt von Kaschmir durch Unruhe und Krieg heimgesucht wird.
Sehenswürdigkeiten
- bekannte Aussichtsgipfel: Rigi, Pilatus, Bürgenstock, Stanserhorn, Mythen, Urirotstock
- Erinnerungsorte der Mythologie: Rütli, Tellsplatte, Tellskapelle, Hohle Gasse
Hohle Gasse
Flüelen und Axenstrasse
In Flüelen haben früher die Reisenden aus dem Süden vom Maultier auf das Schiff gewechselt, der Urnersee kann beim Föhnsturm Wellen wie am Meer bringen, die Schiffsfahrt mit einem der 20 Motorschiffe ist dagegen heute ein reines Vergnügen, 5 alte, ehrwürdige Raddampfer kreuzen auch das grosse Berggewässer. 38 km ist es von hier nach Luzern. Links führt die vierspurige Autobahn durch den Seelisbergtunnel und dann in nördlicher Richtung bis nach Basel und weiter nach Hamburg oder Amsterdam. Am rechten Ufer führt die romantische Axenstrasse, mit vielen Tunnels, Kurven und Galerien, immer an Steinschlagwarntafeln vorbei, von Flüelen über Sisikon nach Brunnen. An dieser Strecke trifft man häufig Baustellen an, da es hier oft zu Steinschlag und Erdrutschen kommt. Die Bahnlinie führt fast nur unterirdisch von Flüelen nach Brunnen. Von Brunnen nach Zürich braucht der Intercity dann kaum noch eine Stunde. Die Fortsetzung der Axenstrasse von Brunnen in Richtung Küssnacht ist nicht weniger romantisch, hier gibt es auch schöne Plätze zum Verweilen oder zum Schwimmen. Hier wachsen Reben, Feigen, Palmen, Kiwis, ja auch diverse Zitrusbäumchen gedeihen in manchen sonnigen Gärten. Prachtvolle Hotelbauten, viele weit über hundert Jahre alt, manche sehr stilvoll restauriert, erinnern an die grossen Zeiten der aufkommenden Tourismusindustrie. Doch recht viele dieser Zeitzeugen sind zwischenzeitlich verkommen, verschwunden, oder aber sind durch An- und Umbauten verunstaltet worden.
Luzern
Kiwis
Kiwis
Die Reuss verlässt in der Stadt Luzern den See. Jetzt schon ein mächtiger Strom unter der hölzernen Kapellbrücke, die nicht nur für die Touristen, nach dem verheerenden Brand 1993, wieder aufgebaut wurde und die jeden Tag tausendmal aufs Neue fotografiert wird.
Das 1999 erbaute Kunst- und Kongresshaus Luzern vom französischen Stararchitekten Jean Nouvel, mit einem weit auskragenden Dach ist nach viel Skepsis zum Stolz der Luzerner geworden. Es ist an erstklassiger Lage, gleich zwischen dem Hauptbahnhof und See gelegen.
Der ehrwürdige alte Bahnhof aus der Pionierzeit der Südbahn ist vor 30 Jahren abgebrannt und durch einen schlichten Zweckbau ersetzt worden. Einzig der verglaste Portikus von dem inzwischen auch schon international berühmten spanisch-schweizerischen Architekten-Ingenieur Santiago Calatrava ist eine leicht verspielte und witzige Auflockerung. Ein Torboden vom Nordportal des alten Gebäudes und eine Wandmalerei erinnern an die alte Herrlichkeit. Hier im Bahnhof treffen sich die InterCity-Verbindungen zu den Agglomerationen der Schweiz und die roten Schmalspurzüge der Bergbahnen nach Engelberg und über den Brünigpass nach Interlaken. Letztere ist Teil der GoldenPass Line von Zürich über Luzern, Brünigpass, Interlaken, Gstaad zum Genfersee.
Pilatus und Bürgenstock
Genfersee
Der Hausberg der Luzerner ist der Pilatus, mit einer Seilbahn und mit einer Zahnradbahn erreichbar, oft aber leider in den Wolken versteckt. Wer weniger hoch lieber hat und doch 440 m über dem Vierwaldstättersee gemütlich tafeln möchte, der möge mit dem Schiff und einer Standseilbahn den Bürgenstock aufsuchen, den Zauberberg für Millionäre, ein luxuriöses Hotel- und Kongresszentrum über eine steilen Seeklippe.
Weil der Verkehr am See stets sehr wichtig war, ist auch das Schweizer Verkehrshaus in Luzern gelegen. Hier kann man die ganze Verkehrsgeschichte rekapitulieren, Sänften und Kutschen, Alpenpost, Schiffe, Bahnen, Autos und Flugzeuge bewundern. Bis im Juli 2004 brachte der Fesselballon HiFlyer das Publikum in die Höhe. Nach einem Unfall bei stürmischem Wetter wurde dessen Betrieb jedoch eingestellt.
Pilgerwege
Am See führten schon früher Pilgerwege vorbei. Nach Rom geht es von hier aus über den Gotthardpass. Auch der westwärts nach Santiago de Compostela führende Jakobsweg führt von dem schweizerischen Hauptsammelort Einsiedeln nach Brunnen am Seeufer. Von hier führt er weiter westlich mit dem Schiff nach Luzern oder über den Alpnachersee, in Richtung Süden zum Brünigpass.
Auch nach der Schweizer Reformation blieb hier in den Bergen die Urschweiz treu katholisch: In Unterwalden fand der Schweizer Nationalheilige und Eremit Bruder Klaus seine Klause und weiter oben, am Ende vom Tal, dem Himmel noch bisschen näher, entfaltete sich das Kloster Engelberg (1050 m ü.M.) in seiner Pracht. Hier werden auch die Rekruten für die berühmte Schweizer Garde des Heiligen Stuhls ausgebildet, die Kleinstarmee und Polizei des Papstes, zugleich auch buntkostümierte Touristenattraktion im Vatikan.
Flugaktivitäten
In Buochs bei Stans liegt ein Flugplatz, der früher fast nur von der Schweizer Armee und den Pilatus Flugzeugwerken benutzt wurde. Heute ist der Flugplatz für den zivilen Flugverkehr offen.
Am Flugplatz Alpnach sind Helikopter der Schweizer Armee stationiert.
An schönen Tagen sieht man über den Bergen rund um den See viele Hängegleiter und Gleitschirme am Himmel kreisen, da die Thermik der besonnten Felswände den Luftsportlern viele Aufwinde bescheren.
Wasserqualität
Das Wasser verweilt durchschnittlich dreieinhalb Jahre im Seebecken. Die Qualität ist heute hervorragend, zum grössten Teil kann man von Trinkwasser sprechen. Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Limnologie der EAWAG, angesiedelt im luzernischen Kastanienbaum, überwacht die Wasserqualität sehr akkurat und kontinuierlich, ist dieser See doch ein grosses natürliches Trinkwasserreservoir, von dem einige hundert Kilometer weiter nördlich auch noch die Kölner, die Niederrheiner und die Niederländer trinken wollen.
Man kann im Seewasser baden. Im Sommer ist es bis 22°C warm, im Winter ein wenig kälter (5°C höchstens).
In sehr kalten Wintern (so in den Jahren 1929 und 1963) können der Alpnachersee und die Luzerner Bucht zufrieren. Aus dem 17. und 19. Jahrhundert sind auch Vereisungen des ganzen Vierwaldstättersees dokumentiert. 1684 und 1685 konnte das Gersauer Becken überquert werden.
Kategorie:See in der Schweiz
Kategorie:Luzern (Kanton)
Kategorie:Nidwalden (Kanton)
Kategorie:Obwalden (Kanton)
Kategorie:Schwyz (Kanton)
Kategorie:Uri (Kanton)
Reuss (Fluss)
Die Reuss ist ein Fluss in der Schweiz. Sie ist 158 Kilometer lang und hat ein Einzugsgebiet von 3425 Quadratkilometern. Damit ist sie nach Rhein, Aare und Rhône der viertgrösste Fluss der Schweiz.
Die Reuss entspringt im Gotthardmassiv, am Gotthardpass und am Furkapass auf 2431 m ü.M.. Gotthardreuss und Furkareuss vereinigen sich im Urserental und fliessen nach Osten.
Bei Andermatt biegt der Fluss nach Norden ab und durchquert die Schöllenenschlucht. Die unwegsame Schöllenenschlucht mit ihren steilen, Hunderte Meter hohen Granitwänden war im Mittelalter das Hindernis zur Erschliessung des Gotthardpasses, das nur durch schwierige Kunstbauten wie das Urnerloch und die Teufelsbrücke überwunden werden konnte. In der Schöllenen befindet sich auch das Suworow-Denkmal, das dem russischen General Suworow gewidmet wurde und an die Schlacht von 1799 erinnert.
Bei Göschenen verlassen Bahn und Autobahn die Gotthardtunnel. Bis Erstfeld folgen weitere Schluchten, dann geht es durch die breite Ebene des Urner Reusstals, bis die Reuss bei Flüelen in den Vierwaldstättersee mündet.
In Luzern verlässt sie den See wieder und fliesst als breiter Fluss mit vielen Schlaufen und Windungen in zuerst östlich, dann nördlicher Richtung durch das Reusstal vorbei an alten Städtchen wie Bremgarten und Mellingen, bis sie unterhalb von Windisch beim Wasserschloss in die Aare mündet.
Die wichtigsten Reuss-Seitentäler sind:
- im Kanton Uri: Göscheneralptal, Maderanertal, Erstfeldertal, Schächental, Isental
- im Kanton Schwyz: Riemenstaldertal, Muotatal
- im Kanton Nidwalden: Engelbergertal
- im Kanton Obwalden: Sarneraatal
- im Kanton Luzern: Tal der Kleinen Emme/Entlebuch
Kategorie:Fluss in der Schweiz
Horw
Horw ist ein südlicher Vorort der Stadt Luzern. Die Gemeinde gehört zum Amt Luzern des Schweizer Kantons Luzern.
Geographie
Horw liegt am Vierwaldstättersee am Fusse des Pilatus. Zu Horw gehören der Bireggwald (ein Hochwald) im Nordosten und die Halbinsel Horw im Osten der Gemeinde, sowie das (Schwemmland-)Gebiet westlich der beiden und Gebiete am Pilatushang.
Der recht grosse Bireggwald liegt zwischen dem Dorf und den südöstlichen Quartieren der Stadt Luzern (u.a. Matthof und Hirtenhof). Nordwestlich von ihm ist das Quartier Biregg, welches zwar politisch zu Horw gehört, aber mit der Stadt Luzern zusammen gewachsen ist.
Die Halbinsel Horw ist mit Ausnahme des Dickwalds fast vollständig gerodet. An den Uferpartien des Vierwaldstättersees liegen zahlreiche Siedlungen. Die grössten sind die Ortsteile St. Niklausen im Osten und Kastanienbaum im Südosten der Halbinsel. Bei Felmis/Halten, südlich des Bireggwalds im Norden der Halbinsel, entstand in den letzten Jahren ein grosses Neubauquartier.
Das Dorf Horw mit den Teilen Waldegg, Althof und Rank ist in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts stark gewachsen und verstädtert und wird von mehreren Bächen durchflossen.
Südöstlich des Dorf liegt an der Nordwestecke der Halbinsel der Ortsteil Winkel an der Horwer Bucht. Winkel und der - westlich davon - ebenfalls an der Horwer Bucht liegende Ortsteil Ennethorw sind durch die rege Bautätigkeit mit dem Dorf verwachsen.
Ennethorw liegt am Fuss des Pilatushangs. Dieser ist grösstenteils bewaldet und durch ihnen fliessen zahlreiche Bäche. Die grössten sind der Steinibach , der durch Horw-Dorf fliesst und im Delta in der Horwer Bucht in den Vierwaldstättersee einmündet und der Wiedenbach , welcher am Westufer der Horwer Bucht in den See einfliesst. Das Waldgebiet, welches die Gemeinden Horw und Hergiswil NW trennt, heisst Haltiwald.
Der tiefste Punkt der Gemeinde ist der Seespiegel auf 434 m.ü.M. Der höchste Punkte der Gemeinde liegt zwischen der Krienseregg und Fräkmünt auf 1'281 m.ü.M. im Hochwald (auch Oberer Wald genannt).
Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von mehr als 20 km². Davon sind allerdings nur 1287 ha Landgebiet. Dieses wird zu einem Drittel (32,4%) landwirtschaftlich genutzt. Rund ein Viertel (24,1%) ist Siedlungsfläche. Der Bireggwald und Wälder am Pilatushang bedecken 42,4% des Gemeindeareals.
Nachbargemeinden
Horw grenzt im Norden an Luzern , im Westen an Kriens und im Süden an Hergiswil NW (auch Hergiswil am See geannt). Der Vierwaldstättersee bildet eine natürliche Gemeindegrenze im Süden und Osten.
Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung
Die Einwohnerzahl wuchs von 1798 bis 1837 rasch an (1798-1837:+52,9%), um anschliessend bis 1860 leicht zu sinken. Zwischen 1880 und 1910 folgte ein weiterer Wachstumsschub (1880-1910:+74,8%). Im folgenden Jahrzehnt stagnierte die Bevölkerung. Danach kam ein unaufhörlicher Bevölkerungsanstieg bis 1990 . Kurz vor 1970 wurde die Marke von 10'000 Einwohnern überschritten. Seither gilt Horw statistisch gesehen als Stadt. Im Jahrzehnt vor dem Jahr 2000 folgte wiederum eine Wachstumsphase. Seither ist die Einwohnerzahl leicht rückläufig.
Sprachen
Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 86,47% Deutsch, 2,32% Italienisch und 2,01% Serbokroatisch als Hauptsprache an.
Religionen - Konfessionen
Früher war die gesamte Einwohnerschaft Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Die religiöse Landschaft sieht heute (Stand 2000) wie folgt aus. Es gibt 64,46% römisch-katholische-, 15,06% evangelisch-reformierte- und 1,70% orthodoxe Christen. Daneben finden wir 8,63% Konfessionslose, 3,73% Muslime und 1,07% Anhänger anderer nichtchristlicher Religionen. Die Muslime sind in der Mehrheit Bosniaken sowie Albaner aus dem Kosovo und Mazedonien. Dazu kommen einige Türken und Kurden. Der Grossteil der Anhänger anderer nichtchristlicher Religionen sind Hindus tamilischer Herkunft.
Herkunft - Nationalität
Ende 2004 waren von den 12'296 Einwohnern 10'396 Schweizer und 1'900(=15,5%) Ausländer. Bei der letzten Volkszählung waren 77,23% (einschliesslich Doppelbürger 81,89%) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Italien, Deutschland, Serbien-Montengro (sowohl Slawen wie Albaner), Sri Lanka (Tamilen), Bosnien-Herzegowina und Portugal.
Schule, Hochschule
In Horw ist die Hochschule für Technik und Architektur Luzern (HTA) der Fachhochschule Zentralschweiz (FHZ) beheimatet.
Verkehr
Die Gemeinde ist hervorragend durch den Öffentlichen Verkehr erschlossen. Sie liegt an den Bahnlinien Luzern-Interlaken-Ost (S-Bahnlinie 5;im Volksmund Brünigbahn genannt) und Luzern-Stans Engelberg (S-Bahnlinie 4) der Zentralbahn und verfügt über die Bahnhaltestellen Horw und (seit Dezember 2004) Kriens-Mattenhof. Nebst der Schiene gibt es noch diverse Buslinien. Das zu Horw gehörende Luzerner Quartier Biregg ist durch die Linie 7 der VBL (Biregghof-Luzern Bahnhof-Wesemlin-Unterlöchli) erschlossen. Die Quartiere auf der Horwer Halbinsel sind durch die Buslinie 21 (Horw Spitz-Kastanienbaum-St. Niklausen-Luzern Bahnhof) ins Netz des Öffentlichen Verkehrs eingebunden. Hauptlinie ist allerdings die Linie 20 (Luzern Bahnhof-Horw-Ennethorw). Ab 11. Dezember 2005 gibt es neu die Linie 31 (Kasernenplatz Luzern-Eichhof-Pilatusmarkt-Horw) - und die Linie 16 (Kriens-Kuonimatt) wird bis Horw Zentrum verlängert.
Horw liegt an der Hauptstrasse Luzern-Sarnen-Interlaken/Stans-Engelberg (bis Hergiswil NW gemeinsam). Es verfügt über den Autobahnanschluss Schlund an der A2 . Für gewisse Quartiere sind auch die Autobahnanschlüsse Kriens und Luzern-Zentrum - beide ebenfalls an der A2 - von Bedeutung.
Geschichte
Die Siedlungsgeschichte Horws ist bedeutend länger als in historischen Schriften vermerkt. Auf Gemeindegebiet wurden Funde aus prähistorischen Zeitabschnitten (u. a. der Steinzeit und der Bronzezeit ) geborgen.
Die Gemeinde war Teil des Besitzes des Hofklosters zu Luzern. Erstmals erwähnt wird der Name in Form von Horwe im Jahr 1231 , als Walther von Hochdorf und dessen Gattin Berta ihre Güter dem Hofkloster vermachen. 1291 wurden die Habsburger die neuen Herren. Nach der Schlacht bei Sempach übernahm die Stadt Luzern im Jahr 1395 die hohe Gerichtsbarkeit, 1425 auch die niedere. Horw wird zur Zahlung eines hohen Geldbetrags verpflichtet, weil es sich 1653 im Bauernkrieg gegen die Stadt Luzern stellte. Beim Winkel gab es damals ein Gefecht zwischen den aufständischen Bauern und den Truppen der Stadt.
Bei der Eroberung der Schweiz durch die Franzosen im Jahr 1798 wurden Truppen einquartiert, die den Auftrag hatten, die rebellischen Nidwaldner zu unterwerfen. Bis in dieses Jahr wurde Horw als Teil der Landvogtei Kriens verwaltet. Bis 1803 gehörte es zum Distrikt Luzern , seither zum Amt Luzern . In den Jahren 1844 und 1847 waren wiederum Truppen in Horw stationiert (Freischaren respektive Eidgnössische).
Sonstiges
Horw ist eine der steuergünstigsten Gemeinden des Kantons Luzern.
Weblinks
- [http://www.horw.ch Offizielle Website der Gemeinde Horw]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D621.html Artikel Horw] im Historischen Lexikon der Schweiz
- [http://www.lustat.ch/index/daten_online/gemeinden_a_z/horw.htm Statistisches Amt der Kantons Luzern mit Angaben zur Gemeinde]
- [http://www.hta.fhz.ch/ Hochschule für Technik und Architektur Luzern]
- [http://www.fhz.ch/ Fachhochschule Zentralschweiz]
- [http://www.a-fhz.ch/ Absolventenverein der Fachhochschule Zentralschweiz]
- [http://www.fchorw.ch.tf Internetseite des lokalen Fussballvereins FC HORW]
Kategorie:Ort in der Schweiz
Kategorie:Ort im Kanton Luzern
Kategorie:Schweizer Gemeinde
Stansstad
Stansstad ist eine Gemeinde des Kantons Nidwalden in der Schweiz.
Weblinks
- [http://www.stansstad.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Stansstad]
Kategorie:Ort in der Schweiz
Kategorie:Ort im Kanton Nidwalden
Kategorie:Schweizer Gemeinde
Buochs
Buochs ist eine Gemeinde im Kanton Nidwalden in der Schweiz.
Geographie
Die Gemeinde liegt am Vierwaldstättersee und umfasst eine Fläche von 1'204 Hektaren. Sie zählte Ende des Jahres 2003 5'227 Einwohner. Die Ortschaft Buochs liegt 435 m ü.M.
Die Fluggesellschaft Skycruise Switzerland führt seit 2002 von Buochs aus Rundfahrten mit einem Luftschiff durch.
Weblinks
- [http://www.buochs.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Buochs]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D748.html Artikel Buochs] im Historischen Lexikon der Schweiz
Kategorie:Ort in der Schweiz
Kategorie:Ort im Kanton Nidwalden
Kategorie:Schweizer Gemeinde
Urnersee
Der Urnersee ist kein eigenständiger See sondern ist ein Teil des Vierwaldstättersees in den Kantonen Uri und Schwyz. Gewaltige Berge ragen aus dem Wasser zu beiden Seiten und erinnern an ein norwegisches Fjord. Das berühmte Rütli, die Wiege der Eidgenossenschaft, befindet sich am nördlichen Ende des Urnersees, ganz in der Nähe davon ragt der Schillerstein aus dem Wasser. Das Ostufer ist geprägt durch die Axenstrasse, dort findet man auch die Tellskapelle; weiter im Süden, jenseits des Reussdeltas liegt die Heimat von Wilhelm Tell mit dem Kantonshauptort Altdorf UR.
Der Urnersee ist ein Paradies für Windsurfer, da im Kanton Uri oft der Föhn bläst. Dieser kann den See zu fast meerartigen Wellen aufpeitschen.
Mit dem gewonnenen Kies des Ausbruchs vom Umfahrungstunnel Flüelen und dem NEAT-Basistunnel wurden die Neptuninseln und die Inselgruppen Lorelei bei Flüelen aufgeschüttet. Einige Inseln sind Vogelschutzinseln.
Weblinks
- [http://www.fluelen.ch/Umwelt/WA_See.htm Fluelen.ch - Urnersee]
- [http://www.panos.ch/urnersee.htm Interaktives 360°-Panorama des Urnersees]
- [http://www.seeschuettung.ch/seiten/newsnews.html Seeschütti Uri]
Kategorie:See in der Schweiz
Kategorie:Uri (Kanton)
Kategorie:Schwyz (Kanton)
EinzugsgebietMit Einzugsgebiet werden zusammenhängende Gebiete bezeichnet, aus denen sich etwas zu einem gemeinsamen Zentrum oder einer Linie hin bewegt. Dies erfordert geeignete Verbindungswege und deren natürliche Voraussetzungen. Als Beispiele seien genannt das Einzugsgebiet einer Stadt, einer Schule, einer Firmas oder eines Gewässers.
Der Terminus wird hauptsächlich in der Physischen und Wirtschaftsgeografie verwendet, sowie in der Hydrologie und Angewandten Geophysik.
Wirtschaftsgeografie
Das Einzugsgebiet einer Stadt und ihrer öffentlichen Einrichtungen wird von Walter Christaller in seinem System der Zentralen Orte auch als "Ergänzungsgebiet" bezeichnet. Es ist zum zentralen Ort hin orientiert, versorgt ihn mit verschiedensten Gütern und wird seinerseits von ihm versorgt, z.B. mit Dienstleistungen. Weitere Namen solcher Gebiete sind Verflechtungsbereich oder Versorgungsgebiet.
In einem ähnlichen Sinn sind die Einzugsgebiete von Schulen und von Unternehmen zu verstehen, doch kann ihr geografischer Zusammenhang stärker gelockert sein. Denn Ausbildungs- oder Produktionsbetriebe haben zwar meist ihren regionalen Markt, sprechen jedoch auch weiter entfernte Kunden an.
Die Planung solcher Versorgungs- und Interessensgebiete obliegt im öffentlichen Bereich - etwa für Schulen, Ämter und Apotheken - den Gebietskörperschaften und ihrer amtlichen Raumplanung. In der privaten Wirtschaft ist die Planung Sache der Marktforschung und der Unternehmens-Strategie, bzw. in der weiteren Entwicklung eine Angelegenheit der Werbung. Je spezieller eine Schule oder eine Firma ausgerichtet ist, desto weiter und auch verzweigter ist im Regelfall ihr Einzugegebiet. Ähnliches gilt für Freizeit-Einrichtungen und besonders für Vergnügungsparks.
Physische Geografie
Vergnügungspark
Das Einzugsgebiet eines Gewässers ist jener Bereich, der alle Niederschläge und die daraus entstehenden Abflüsse in dieses Gewässer ableitet und es damit speist. Das Gebiet wird vor allem durch die Topografie und die geologischen Verhältnisse bestimmt und schließt ober- und unterirdische Abflüsse ein. Letztere können jedoch auch in ein anderes Tal gelangen und dort einem "fremden" Grundwassergebiet zuströmen.
Die Quell- und Einzugsgebiete von Bächen und kleinerer Flüsse sind immer auch Teil eines größeren Einzugsgebietes - nämlich von jenem Gewässer, in das sie münden. Fließt ein Bach direkt ins Meer, gehört er zu dessen sehr viel größerem Einzugsgebiet (siehe auch Ordnung der Gewässer, bzw. Nebenfluss). In höher gelegenen Gebieten eines Hochgebirges stellen hingegen die Kare und Gletscher den Beginn der Einzugsgebiete dar.
Beispiele: Harz/Elbe und Donau/Rhein
Im Sinne der Gewässer-Hierarchie hat beispielsweise im Mittelgebirge des Harz jeder Quellfluss der Bode ein bestimmtes Einzugsgebiet, das Bestandteil des Einzugsgebietes der Bode ist. Deren Sammelbecken ist wiederum ein Teil des Einzugsgebietes der Saale, jenes der Saale gehört zum Einzugsgebiet der Elbe. Letzteres beträgt bereits 148.000 km² und speist sich aus einigen tausend Quellbächen. Jenes der Wolga ist allerdings 9x größer und umfasst 13% der Fläche Europas.
Die Donau hat einen Einzugsbereich von 817.000 km², was jenen des Rhein (252.000 km²) um das 3-fache übertrifft. Im Schwarzwald bahnt sich jedoch ein Abtausch von etwa 2.000 km² an: der steile Oberlauf der Wutach, die vor etwa 50.000 Jahren noch zur Donau floss, erodiert rückwärts zu den Donauquellen, und von Norden her tun die Quellflüsse des Neckar ähnliches.
Eine weitere - allerdings verborgene - Besonderheit findet sich im Bereich der so genannten Donauversickerung. Dort fließt ein erheblicher Teil des Donauwassers unterirdisch dem Bodensee und damit dem Rhein zu, obwohl es ja ursprünglich aus dem Einzugsgebiet der Donau stammt und somit die Europäische Wasserscheide überwindet.
Wasserscheiden, Kanäle und Kraftwerke
Die Einzugsgebiete verschiedener, nicht ineinander mündender Gewässer sind durch Wasserscheiden getrennt, welche meistens entlang der Kammlinien des Geländes verlaufen. Mancherorts können diese aber durch geologische Besonderheiten deutlich vom Verlauf der Geländeoberfläche abweichen.
Im Flachland kann man für Zwecke der Schifffahrt die Einzugsgebiete auch mit Hilfe von Kanälen überwinden, wobei man wegen der Höhenunterschiede in der Regel nicht ohne Schleusen oder Schiffshebewerke auskommt. Doch gibt es auch Kanalsysteme mit großen Höhendifferenzen, etwa den Rhein-Main-Donau-Kanal.
Während bei solchen Verkehrswegen netto nur wenig Wassertausch stattfindet, ist er bei vielen Projekten im Gebirge das Hauptanliegen. Solche Überleitungen finden bei Speicherkraftwerken und für Zwecke der Wasserwirtschaft statt. Die oft steilen, natürlichen Grenzen der Einzugsgebiete können durch tunnelartige Stollen mit Pumpstationen überwunden werden, doch auch mit freiliegenden Leitungen, und manchmal bis heute mit römischen Aquädukten. Lokal begrenzte Höhenunterschiede und Talquerungen lassen sich mit Dükern bewältigen.
Kategorie:Geomorphologie
Kategorie:Raumplanung
Kategorie:Wirtschaftsgeografie
Eiszeit
Als Eiszeit bezeichnet man eine Periode der Erdgeschichte, die durch Vereisung beider Pole gekennzeichnet ist. Gemäß dieser Definition leben wir seit etwa 2,7 Millionen Jahren in einer Eiszeit. Seit dieser Zeit, vor allem aber seit etwa 1 Million Jahren, ist das Klima der Erde kurzfristigeren Schwankungen unterworfen, den Kaltzeiten (Glaziale) und Warmzeiten (Interglaziale).
Oft wird der Begriff Eiszeit auch synonym zu Kaltzeit bzw. Glazial verwendet. Er wurde in diesem Sinn 1837 von Karl Friedrich Schimper eingeführt.
Struktur der Eiszeiten
Eiszeiten sind auf der Erde relativ selten. Die Erde ist generell, betrachtet man ihre gesamte Geschichte, ein völlig eis- und frostfreier Planet, auf dem es jedoch periodisch relativ kurze Kältephasen von ca. 15–20 Millionen Jahren Dauer gibt, in denen eine Eisbedeckung an Polen und in Gebirgen auftritt. Dies sind die Eiszeiten.
Unsere jetzige Eiszeit hat vor etwa 2,7 Millionen Jahren begonnen. Wir sind also vermutlich erst am Anfang einer längeren Eiszeitphase. Innerhalb der Eiszeiten gibt es allerdings relativ warme und extrem kalte Zwischenphasen. Die Kältephasen einer Eiszeit (Kaltzeiten bzw. Glaziale) sind gekennzeichnet durch massive Gletschervorstöße von ca. 20 000 Jahren Dauer. Sie sind in der Regel länger als die Wärmephasen (Warmzeiten bzw. Interglaziale), die nur rund 6 000 Jahren dauern. Warmzeiten beginnen häufig recht abrupt, während die Abkühlung eher schleichend erfolgt. Dabei verläuft die Klimaveränderung selten gleichmäßig, sondern oft stoßweise und dazwischen mit kleineren gegenläufigen Entwicklungen.
Ein gesamter Zyklus dauert häufig um die 41 000 Jahre und wird mit der etwa gleich langen Periode, mit der die Schiefe der Ekliptik (Stellung der Erdachse) schwankt, in Verbindung gebracht. Daneben gibt es aber auch Phasen, in denen die vorherrschende Dauer eines Zyklus etwa 100 000 Jahre beträgt, wie es auch bei den vergangenen acht Zyklen der Fall war.
Unsere heutige Klimaperiode, die seit etwa 11 000 Jahren andauert, ist eine Warmzeit innerhalb einer globalen Eiszeit. In der Wärmephase einer globalen Eiszeit bleibt das Klima im erdgeschichtlichen Vergleich relativ kalt, die Eisbedeckung von Polen und höheren Gebirgen wird durch Dauerfrost erhalten. Gletschervorstöße in mittlere Breiten werden aber zurückgebildet, und es kommt dort zu wesentlich gemäßigterem Klima, insbesondere mit milderen Wintern.
Kaltzeiten der gegenwärtigen Eiszeit
Während der Kaltzeiten breiten sich im Lauf der Zeit die Eismassen von Arktis, Antarktis und den Gebirgen stark aus und bedecken schließlich große Teile Europas, Asiens, Japans und Nordamerikas. Zu den Spuren der Eiszeiten gehören zum Beispiel Trogtäler (bei einigen Gletschern im Gebirge), Moränen, Gletscherschliff, Findlinge und Toteislöcher.
Dass die heutigen Gletscher der Alpen oder Skandinaviens Reste dieser letzten Vereisung sind, wird vielfach angenommen, ist aber falsch. Vielmehr waren Europa und Skandinavien auf dem Wärmehöhepunkt der jetzigen Warmphase vor ungefähr 7 000 Jahren völlig eisfrei. Die jetzigen europäischen Gletscher sind also ziemlich jung und höchstens 6 000 Jahre alt, also keine eiszeitlichen Reste; ihr Umfang schwankte in den letzten Jahrtausenden zudem stark.
Durch die Bildung kontinentaler Eismassen wurde den Meeren massiv Wasser entzogen, wodurch viele Landbrücken entstanden und Meere wie die Nordsee und das Mittelmeer trocken fielen.
Das letzte glaziale Maximum (LGM) war vor etwa 21 000 Jahren; damals gab es bis zu 3 km mächtige Eisschilde, zum Beispiel im heutigen Ostseeraum und beim kanadischen Schild, der Meeresspiegel lag 130 m unter dem heutigen Niveau und die globale Durchschnittstemperatur war 5 bis 6 K niedriger. Aufgrund der Gaseinschlüsse in polarem Eis weiß man, dass die atmosphärische Konzentration der Treibhausgase Kohlendioxid (CO2) nur 70 % und Methan (CH4) nur 50 % des vorindustriellen Wertes betrug (CO2 im LGM: 200 ppmv, vorindustriell: 288 ppmv, heute: 370 ppmv; CH4 im LGM: 350 ppbv, vorindustriell: 750 ppbv, heute: 1750 ppbv).
Heute werden etwa 10 % der Erdoberfläche von Eis bedeckt. Am letzten Höhepunkt der Vereisung waren es 32 %, wobei die Veränderung in der Antarktis im Vergleich zur Arktis nicht so dramatisch ist. Man nimmt an, dass dies vor allem darauf zurückzuführen ist, dass der Eisaufbau auf dem Land und flachen Schelfen der Nordhemisphäre effektiver ist als in zirkumantarktischen Ozeangebieten.
Die letzten Kaltzeiten
In Mitteleuropa werden die Kaltzeiten nach Flüssen benannt, die im Allgemeinen die weiteste Ausdehnung der Eisschilde angeben. In Süddeutschland ging die Vereisung von den Alpengletschern aus, in Norddeutschland kam das Eis aus dem baltischen Raum. Deswegen werden im Alpenraum und Norddeutschland unterschiedliche Flüsse zur Namensgebung synchroner Vereisungen verwendet. Dabei ist der Begriff Eiszeit anstelle des heute bevorzugten Kaltzeit nach wie vor gebräuchlich.
Alle Kaltzeiten hatten erhebliche Auswirkungen auf die Fauna und Flora ihrer Zeit. Charakteristisch waren etwa Tiere wie Mammuts, Mastodonten, Säbelzahnkatzen, Höhlenlöwen, Höhlenbären und weiteren Formen. Auch lebten der Homo heidelbergensis, der Neandertaler und der Homo sapiens in Europa während der Kaltzeiten.
Frühere Eiszeiten
Auch die ältere Erdgeschichte ist durch das Auftreten bedeutender Vereisungsphasen geprägt. Nach der so genannten »Schneeball Erde«-Theorie war die Erde in ihrer Frühzeit vor etwa 700 bis 600 Millionen Jahren mehrmals fast komplett von Eis bedeckt, was die Entstehung des Lebens weit hinauszögerte. Klimamodelle der frühen Erde unterstützen diese Theorie mittlerweile zunehmend. Die Vermutung einer Eiszeit als Ursache für das Artensterben zu Beginn des Mesozoikums wurde dagegen mittlerweile widerlegt.
Ursachen von Kalt- und Warmzeiten
Die Suche nach den Ursachen für die zyklisch auftretenden Kalt- und Warmzeiten gehört auch heute noch zu den spannendsten Herausforderungen für die Paläoklimatologie. Sie ist eng mit den Namen James Croll und Milutin Milanković verbunden. Beide hatten Ideen des Franzosen Joseph Alphonse Adhémar weiterentwickelt, wonach Veränderungen der Erdbahngeometrie für wiederkehrende Kaltzeiten verantwortlich waren.
Erdbahngeometrie
Die Veränderung der Erdbahngeometrie wiederum wird durch wechselseitige Gravitationskräfte im System Sonne, Erde, Mond hervorgerufen; sie ändern die Form der elliptischen Erdumlaufbahn um die Sonne mit einer Periode von etwa 100 000 Jahren (Exzentrizität), die Neigung der Erdachse zur Umlaufbahn mit einer Periode von etwa 40 000 Jahren (Schiefe der Ekliptik), während die Tag-und-Nacht-Gleiche auf der elliptischen Umlaufbahn etwa nach 20 000 Jahren dieselbe Position auf der Ellipse einnimmt (Präzession). Durch diese so genannten Milanković-Zyklen verändert sich die Verteilung der Sonnenenergie auf der Erde.
Angeregt durch den deutschen Meteorologen Wladimir Peter Köppen formulierte Milanković 1941 in seiner Arbeit »Der Kanon der Erdbestrahlung und seine Anwendung auf das Eiszeitproblem« die Hypothese, dass eine Kaltzeit immer dann auftritt, wenn die Sommersonneneinstrahlung in hohen nördlichen Breiten minimal wird. Kühle Sommer sind nach Köppen für den Eisaufbau entscheidender als kalte Winter. Milanković suchte also dort nach den Ursachen für Eiszeiten, wo sie am offensichtlichsten sind, in den hohen nördlichen Breiten.
In jüngster Zeit gerät die Milanković-Theorie immer mehr in die Kritik. Die Vorstellung von einer wichtigen Rolle der Tropen und der Südhemisphäre bei Kaltzeit-Warmzeit-Wechseln gewinnt seit Ende der 1990er-Jahre zunehmend an Bedeutung. Statt eines Antriebs in hohen nördlichen Breiten allein muss nun von Veränderungen des globalen Strahlungshaushalts ausgegangen werden, unter anderem durch Änderungen der Zusammensetzung der Atmosphäre. Komplexe interne Wechselwirkungen durch ozeanische und atmosphärische Zirkulation – vor allem im Zusammenhang mit dem Golfstrom –, die Wirkung der Treibhausgase und andere Prozesse führen zu einem komplizierteren Mechanismus der Steuerung von Kaltzeit-Warmzeit-Wechseln.
Plattentektonik
Antrieb für die Änderungen in der Wechselwirkung der ozeanischen und atmosphärischen Zirkulation sind die Verschiebungen der kontinentalen Platten. Durch das Zusammen- oder Auseinanderdriften der Kontinente werden Meeresströmungen umgeleitet, die Gebirgsbildung verändert groß- und kleinräumig die Luftsrömungen.
So ermöglichte das Wegdriften der Antarktis von Australien im Oligozän die Entwicklung eines Strömungssystems rund um den Südpol, das die ganze Antarktis abkühlte und dadurch die Eisbildung an den Polkappen einleitete. Zuvor war diese Meeresströmung stark zum Äquator hin abgelenkt, so dass sie stärker aufgewärmt wurde, bevor sie wieder zum Pol zurückkam.
Die Bildung einer Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika vor 4,2 bis 2,4 Millionen Jahren sorgte für die Umlenkung warmer Meeresströmungen und die Entstehung des Golfstroms, wie wir ihn heute kennen. Die Zufuhr von warmem Wasser in den hohen Norden konnte erst die notwendige Feuchtigkeit bereitstellen, um Grönland, den Baltischen Schild und das Nordmeer zu vereisen.
Die Entstehung der Faltengebirge, wie z. B. der Alpen, der Rocky Mountains oder des Himalayas, die für die Änderung der Zirkulationsmuster in der Atmosphäre sorgte, brachte ebenfalls die notwendige Feuchtigkeit auf die Kontinente, die zur Vergletscherung weiter Teile beitrug.
Aktivitätszyklen der Sonne
In der letzten Kaltzeit gab es zwei Dutzend krasse Klima-Umschwünge, bei denen innerhalb nur eines Jahrzehnts die Lufttemperatur über dem Nordatlantik um bis zu zwölf Grad Celsius anstieg. Diese [http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/437123/ Dansgaard-Oeschger-Ereignisse] traten meist alle 1470 Jahre auf.
Diese Periodizität kann laut mit einer Überlagerung der drei bekannten Aktivitätszyklen der Sonne von elf, 87 und 210 Jahren [http://www.uni-heidelberg.de/presse/news05/2511eisz.html erklärt werden]: Nach 1470 Jahren ist der 210er-Zyklus sieben mal und der 86.5er-Zyklus 17 mal abgelaufen.
In der heutigen Warmzeit traten diese Dansgaard-Oeschger-Ereignisse nicht mehr auf, da die schwachen Sonnenschwankungen die stabilen Atlantikströmungen der letzten 10.000 Jahre nicht mehr stören konnten.
Siehe auch
- Klimageschichte
- Kleine Eiszeit
- Periglazial
- Glaziologie
- Glaziale Serie
- Globales Förderband
- Globale Erwärmung
- Ice Age
Kategorie:Glaziologie
Kategorie:Historische Geologie
Kategorie:Klimatologie
Kategorie:Zeitbegriff
ja:氷河期
ms:Zaman air batu
Kanton (Schweiz)
Die 26 Kantone der Schweiz sind die Gliedstaaten der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
Politisches System
Jeder Kanton hat eine eigene Verfassung und eigene gesetzgebende, vollziehende und rechtsprechende Behörden. Alle Kantone besitzen ein Einkammer-Parlament (Grosser Rat, Kantonsrat, Landrat, Parlament; siehe auch: Kantonsparlament). Dieses hat je nach Kanton 58 bis 200 Parlamentssitze. Die Kantonsregierung (Regierungsrat, Regierung, Staatsrat) besteht je nach Kanton aus fünf bis neun Mitgliedern.
Alle Bereiche, die nicht von der schweizerischen Bundesverfassung dem Bund zugewiesen bzw. von einem Bundesgesetz geordnet werden, gehören in die Kompetenz der Kantone (staatliche Organisation, Schulwesen, teilweise Gesundheitswesen, teilweise Planungs- und Baurecht, Polizeiwesen, teilweise Gerichtsverfassung, Notariatswesen, kantonales und kommunales Steuerrecht u. a.). Bei vielen dieser Bereiche hat aber der Bund ebenfalls grosse Kompetenzen, so dass oft ein Kompetenzwirrwarr festzustellen ist. Die Kantone ihrerseits können ihren Gemeinden auch eine gewisse Autonomie gewähren. Das Ausmass ist jedoch, wie so oft in der Schweiz, von Kanton zu Kanton verschieden.
In zwei Kantonen, Glarus sowie Appenzell Innerrhoden, bestimmt das Volk in Form der Landsgemeinde seine Kantonsvertreter und entscheidet über Sachfragen. In allen anderen Kantonen werden Wahlen und Abstimmungen über die Urne abgewickelt.
Siehe auch: Politisches System der Schweiz, Föderalismus in der Schweiz
Geschichte
Die sogenannten Urkantone, welche 1291 die Eidgenossenschaft begründeten, sind Uri, Schwyz und Unterwalden. In der Alten Eidgenossenschaft wurden die Kantone auch Orte genannt. Deshalb spricht man in Bezug auf die Ausweitungsphasen der Schweiz von den Acht Alten Orten und den Dreizehn Alten Orten (bzw. der achtörtigen und der dreizehnörtigen Eidgenossenschaft). Verbündete, welche nicht Vollmitglied der Eidgenossenschaft waren, wurden als zugewandte Orte bezeichnet.
In der Helvetischen Republik (1798-1803) waren die Kantone blosse Verwaltungsbezirke ohne Autonomierechte. Die Grenzziehung wurde geändert, um annähernd gleich grosse Kantone zu schaffen und die alte Ordnung zu zerschlagen. Dabei entstanden auch die kurzlebigen Kantone Säntis, Linth, Waldstätten, Oberland, Baden, Lugano und Bellinzona.
Mit der Mediationsverfassung 1803 erhöhte sich die Zahl der Kantone auf 19 und mit dem Wiener Kongress 1815 auf 22. Die Zugewandten Orte wie z.B. die altfrye Republik Gersau, das Gebiet der Abtei Engelberg, usw., wurden allerdings (teilweise gegen ihren Willen) einzelnen Kantonen zugeschlagen. 1979 spaltete sich der Kanton Jura vom Kanton Bern ab.
Anzahl und Reihenfolge
Heute wird die Zahl der Kantone meistens mit 26, manchmal aber auch mit 23 angegeben.
Das rührt daher, dass sechs Kantone (Obwalden, Nidwalden, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Basel-Stadt und Baselland) aus historischen Gründen als Halbkantone bezeichnet werden (bis zur Totalrevision der Bundesverfassung von 1999 wurde diese Unterscheidung noch vorgenommen). Diese Unterscheidung ist lediglich bei der Besetzung des Ständerates und beim Ständemehr relevant, hat jedoch keinen Einfluss auf die innere Autonomie, weshalb es korrekt wäre, von 26 Kantonen, aber von 23 Ständen zu sprechen.
Die übliche Reihenfolge der Kantone (siehe untenstehende Liste) ist in der Bundesverfassung festgelegt. Sie hat jedoch einen viel älteren Ursprung. In der Eidgenossenschaft der Acht Alten Orte standen die Städte Zürich, Bern und Luzern als Vororte in der Hierarchie vor den Landkantonen. Die weiteren Kantone stehen in der Reihenfolge ihres Beitritts.
Liste der Schweizer Kantone mit ihren Eckdaten
In Klammern jeweils der Rang.
Bemerkungen: 1 Stand: 31. Dezember 2004, [http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/bevoelkerung/uebersicht/blank/analysen__berichte/result.html Bundesamt für Statistik], 2 km², 3 Einwohner pro km², Stand 2000 4 Sitz der Regierung und des Parlaments, Sitz der Justiz ist Trogen. 5 Stand: 1. Januar 2005.
8 bis hierher: Die Acht Alten Orte, 13 bis hierher: Die Dreizehn Alten Orte
Die zweibuchstabigen Kantonsabkürzungen (Siglen) sind verbreitet, sie werden u.a. bei den Kfz-Kennzeichen verwendet und sind auch in der ISO 3166-2:CH verwendet (mit dem Präfix "CH-", z.B. CH-SZ für den Kanton Schwyz).
Kantonsnamen in anderen Sprachen
Kanton in allen Schweizer Landessprachen sowie in weiteren Sprachen
Bemerkungen: 1Schweizer Landessprache, 2Wenn es sich von der Sprache oder der Schrift des Hauptortes unterscheidet
Ehemalige Kantone
- Ausserschwyz
- Baden
- Bellinzona
- Fricktal
- Innerschwyz
- Linth
- Lugano
- Oberland
- Säntis
- Waldstätten
Siehe auch
Föderalismus in der Schweiz, Liste der Städte in der Schweiz, Liste der Gemeinden der Schweiz (nach Kantonen und Alphabet), Liste der Bezirke und Distrikte der Schweiz
Weblinks
- [http://www.admin.ch/ch/d/schweiz/kantone/index.html Schweizer Kantone im Internet]
- [http://www.eye.ch/swissgen/kanton-m.htm Informationen über Schweizer Kantone] - viersprachig
!
Kategorie:Liste (Geographie)
Kategorie:Politik (Schweiz)
Kategorie:Schweiz
als:Kanton (Schweiz)
ja:スイスの地方行政区画
ko:스위스의 주
simple:Canton
Kanton Schwyz
Der Kanton Schwyz ist ein Kanton in der Zentralschweiz.
Deutsch: Schwyz []; Französisch: Schwytz oder Schwyz; Italienisch: Svitto; Rätoromanisch: Sviz; Englisch: Schwyz.
Name
Benannt ist der Kanton nach seinem Hauptort Schwyz.
Da der Kanton Schwyz der wichtigste der drei Schweizer Urkantone war, wurde sein Name bald auf die gesamte Eidgenossenschaft verallgemeinert. Die ins Mittelhochdeutsche übertragene Form Schweiz (mit dem typisch nicht-alemannischen Diphthong) wurde in der Folge im gesamten deutschen Sprachraum als Bezeichnung des Staates üblich; die einheimische Form (ohne Diphthong) wurde hingegen als Suisse ins Französische übernommen. Noch später diente auch die Flagge des Kantons als Modell für die Flagge der Schweiz.
Geographie
Der Kanton Schwyz liegt in der Zentralschweiz, zwischen Zugersee, Vierwaldstättersee und Zürichsee.
Der Kanton Schwyz grenzt an die Kantone Uri, Glarus, St. Gallen, Zürich, Zug und Luzern.
Luzern
Bevölkerung
Sprachen
Die im Kantonsgebiet gesprochenen deutschen Mundarten gehören mit Ausnahme des Bezirks Höfe dem Höchstalemannischen an.
Religionen - Konfessionen
Der Kanton Schwyz ist nach wie vor stark dominant katholisch. Grosse Ausstrahlungskraft hat das Benediktinerkloster Einsiedeln.
Geschichte
Siehe Geschichte des Kantons Schwyz.
Verfassung und Politik
Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert von 1898 (mit zahlreichen Änderungen).
Legislative
Gesetzgebende Behörde ist der Kantonsrat mit 100 Mitgliedern, die vom Volk gemäss Verhältniswahlrecht fest auf vier Jahre gewählt werden. Verfassungs- und Gesetzesänderungen unterliegen der Volksabstimmung. Das Volk kann selbst Verfassungs- und Gesetzesänderungen vorschlagen, wenn 2000 Wahlberechtigte einen dahingehenden Vorschlag unterstützen.
Zusammensetzung 2004 (in Klammern 2000 und 1996):
- Christlichdemokratische Volkspartei (CVP): 34 (43 - 46)
- Freisinnig-demokratische Partei (FDP): 24 (26 - 29)
- Schweizerische Volkspartei (SVP): 27 (20 - 12)
- Sozialdemokratische Partei (SP): 15 (11 - 11)
Bundesversammlung: Der Kanton Schwyz entsendet zwei Vertreter in den Ständerat und vier Vertreter in den Nationalrat.
Exekutive
Vollziehende Behörde ist der Regierungsrat, dessen sieben Mitgliedern direkt vom Volk gemäss Mehrheitswahlrecht fest auf vier Jahre gewählt werden. Den Vorsitz hat der Landammann inne, sein Stellvertreter ist der Landstatthalter.
Departemente:
- Departement des Innern
- Volkswirtschaftsdepartement
- Erziehungsdepartement
- Justizdepartement
- Militär- und Polizeidepartement
- Finanzdepartement
- Baudepartement
Gemäss den Wahlen von 2004 stellt die CVP 3, die FDP 2, die SP 1 und die SVP ebenfalls 1 Regierungsrat.
Judikative
Auf kantonaler Ebene gibt es das Kantonsgericht, das Verwaltungsgericht sowie das Kantonale Strafgericht, auf der Ebene der Bezirke die dem Kantonsgericht untergeordneten Bezirksgerichte und auf kommunaler Ebene die Vermittler (in anderen Kantonen Friedensrichter genannt).
Gemeinden und Bezirke
Im Kanton Schwyz sind sowohl die Gemeinden wie, anders als in den meisten anderen Schweizer Kantonen, die Bezirke autonome Selbstverwaltungseinheiten. Während die Gemeinden aber auch einen eigenen, vom Kanton unabhängigen Wirkungskreis haben, erfüllen die Bezirke nur solche Aufgaben, die ihnen das kantonale Recht überträgt. Sowohl Gemeinden wie Bezirken kommt das Besteuerungsrecht zu; sie setzen die Höhe ihrer Steuern selbst fest.
Öffentlichrechtlich anerkannt sind überdies die römisch-katholischen und die evangelisch-reformierten Kirchgemeinden. Bürgergemeinden gibt es im Kanton Schwyz, im Gegensatz zu vielen anderen Kantonen, nicht.
siehe auch: Gemeinden des Kantons Schwyz
Wirtschaft
Am Volkseinkommen der Schweiz ist der Kanton mit einem Anteil von 1,9% beteiligt, seine Finanzkraft liegt nur einige Prozent unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt.
Städte und Orte
Gemeinden des Kantons Schwyz
Gemeinden mit über 10'000 Einwohnern:
- Schwyz, 14069 Einwohner (2002)
- Freienbach, 13866 Einwohner (2002)
- Einsiedeln, 12868 Einwohner (2002)
- Küssnacht am Rigi, 11345 Einwohner (2002)
- Arth, 10000 Einwohner (April 2004)
Bezirke
Der Kanton Schwyz unterteilt sich in 6 Bezirke und 30 Gemeinden, wobei die Bezirke Einsiedeln, Küssnacht und Gersau jeweils nur aus der gleichnamigen Gemeinde bestehen.
Gersau
- Bezirk Schwyz
- mit den Gemeinden Schwyz, Arth, Ingenbohl, Muotathal, Steinen, Sattel, Rothenthurm, Oberiberg, Unteriberg, Lauerz, Steinerberg, Morschach, Alpthal, Illgau, Riemenstalden,
- Bezirk Einsiedeln mit der Gemeinde Einsiedeln SZ
- Bezirk Gersau mit der Gemeinde Gersau
- Bezirk Höfe
- mit den Gemeinden Wollerau, Freienbach, Feusisberg
- Bezirk Küssnacht mit der Gemeinde Küssnacht am Rigi
- Bezirk March
- mit den Gemeinden Lachen, Altendorf, Galgenen, Vorderthal, Innerthal, Schübelbach, Tuggen, Wangen, Reichenburg
Siehe auch: Gemeinden des Kantons Schwyz
Weblinks
- [http://www.sz.ch/ Offizielle Website]
- [http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/regionen/regionalportraets/schwyz/blank/kennzahlen.html Kennzahlen für Schwyz vom Bundesamt für Statistik]
- [http://www.GoldauerBergsturz.ch/index.html Die Internetseite zum Goldauer Bergsturz von 1806]
Schwyz
!
als:Kanton Schwyz
simple:Schwyz
UnterwaldenUnterwalden gehört zu den drei Gründungskantonen (Uri, Schwyz, Unterwalden), die 1291 auf der Rütliwiese die Eidgenossenschaft gründeten (Rütlischwur).
Unterwalden ist der Sammelbegriff für die beiden Halbkantone Obwalden und Nidwalden die seit jeher (bereits vor 1291) in die Gebiete ob und nid dem Wald unterteilt sind.
Kategorie:Kanton (Schweiz)
Kategorie:Unterwalden (Kanton)
als:Kanton Unterwalden
Urkanton
Die Urkantone, auch genannt Waldstätte, sind die drei ersten Kantone der Eidgenossenschaft, Uri, Schwyz und Unterwalden.
Als Datum ihres Zusammenschlusses gilt das Unterzeichnungsdatum des Bundesbriefes, der 1. August 1291. Es bestand jedoch zwischen den Urkantonen ein allmählich aufgebautes Geflecht von Bündnissen und gegenseitigen Hilfeleistungen, ohne dass ein einzelnes Ereignis, welches als eigentliche Gründung der Schweiz bezeichnet werden könnte, besonders hervorsticht.
Aus diesem Bund entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte durch weitere Bündnisse und teilweise auch durch kriegerische Expansion die Schweiz in ihrem heutigen Umfang.
Siehe auch: Geschichte der Schweiz, Rütli-Schwur, Zentralschweiz
Kategorie:Schweizerische Geschichte
als:Urkanton
1291
Politik und Weltgeschehen
- 17. Juni - Akkon, die letzte Kreuzfahrerbastion, fällt. Ende der Kreuzzüge
- 1. August (in Wahrheit: "Anfang August") - Gründung der Schweizer Eidgenossenschaft, (Rütli-Schwur, Bundesbrief) durch die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden auf der Rütliwiese am Vierwaldstättersee.
- Erste urkundliche Erwähnung von Altdorf bei Nürtingen und Illerrieden.
- Maunu wird Erzbischof von Tartu.
- Philippe de Vitry, französischer Dichter, Komponist, Politiker, Bischof von Meaux († 1361)
- Guido Gonzaga, Graf von Mantua
- 8. Februar - Alfons IV. (Portugal), König von Portugal († 1357)
- 9. März - Cangrande I. della Scala, Stadtherr (Signore) von Verona († 1329)
- 15. Juli - Rudolf I. von Habsburg, römisch-deutscher König ( - 1218)
- 16. August - Friedrich Tuta, Regent der Markgrafschaft Meißen ( - 1269)
als:1291
ko:1291년
Bundesbrief von 1291Der Bundesbrief, datiert von Anfang August 1291, gilt als mythische Gründungsurkunde der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Dieser Bund wurde von den Gebieten Uri, Schwyz und Unterwalden aufgestellt, womit diese nach dem Mythos die ersten drei Kantone der Schweiz bildeten. Er ist erhalten und im Bundesbriefmuseum in der Gemeinde Schwyz ausgestellt. Der Bundesbrief liegt als Pergamentblatt im Format 320 x 200 mm vor und umfasst 17 Zeilen.
Pergament
Es wird oft übersehen, dass nur Nidwalden, nicht aber Obwalden im Text erwähnt wird. Die Urkunde ist aber mit dem Siegel von Unterwalden versehen, welches sowohl für Nidwalden als auch für Obwalden galt. Es könnte sein, dass Obwalden zu einem späteren Datum diesem Bund beitrat.
Ebenfalls weniger bekannt ist, dass die Urkunde kein genaues Datum trägt: sie sei "Anfangs August" 1291 verfasst worden, was aber nicht unbedingt bedeutet, dass dies gerade am 1. August gewesen sein muss. Auch ist hervorzuheben, dass der Bundesbrief nicht die Gründung eines Verteidigungsbündnisses darstellt, sondern sie ist eher ein Rechtsdokument, das die damals herrschenden Strukturen zementieren sollte (nur 2 von 7 Absätzen sind für den Beistand im Kriegsfall relevant). Dafür spricht auch, dass die damaligen habsburgischen Herrscher die Orte der alten Eidgenossen eher in Ruhe liessen; Habsburgische Befestigungsanlagen sind in der Innerschweiz nicht bekannt.
Erst im 19. Jahrhundert, insbesondere beim 600-jährigen Jubiläum 1891, schenkte man diesem Bundesbrief die Beachtung, die er heute geniesst. Zuvor wurde als Gründung der Schweiz meist der Bund von Brunnen angesehen, welcher am 9. Dezember 1315 nach der Schlacht bei Morgarten geschlossen wurde. Für den Rütli-Schwur existiert auch das überlieferte Datum 8. November 1307. Zudem wird im Bundesbrief von 1291 auf ein früheres Abkommen Bezug genommen, dessen Text jedoch nicht erhalten geblieben ist. Somit kann man die Gründung nicht auf ein einzelnes Ereignis (die Unterzeichnung des Bundesbriefes) reduzieren, sondern muss sie als lange andauernden geschichtlichen Prozess verstehen.
Bis 1966 erachtete man den Bundesbrief als echt und Erneuerung eines früheren Schreibens.
Viele weisen nach 1966 dann darauf hin, dass der Bundesbrief mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Fälschung aus dem 14. Jahrhundert oder um 1400 darstellt, wie sie im Mittelalter gang und gäbe waren.Kritiker dieser Haltung betonen hingegen, man habe das Alter des Bundesbriefes mit der C14-Methode mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 Prozent auf den Zeitraum zwischen 1252 und 1312 festlegen können [http://www.educeth.ch/physik/leitprog/radio/docs/radio.pdf]. Dabei ist allerdings zu beachten, dass auch die Zuverlässigkeit der Radiometrie teilweise umstritten ist und letztlich nur über das Alter des verwendeten Pergamentpapiers, nicht aber über dessen Inhalt Auskunft geben kann. Unbestritten ist hingegen, dass der Bundesbrief im Kontext von unzähligen anderen Landfrieden der damaligen Zeit gesehen werden muss und sich keine direkte Verbindung zum modernen Schweizer Bundesstaat von 1848 herleiten lässt.
Siehe auch
- Geschichte der Schweiz
- Rütli-Schwur
- Urkanton
Kategorie:Schweizerische Geschichte
Kategorie:1291
als:Bundesbrief
Kanton Schwyz
Der Kanton Schwyz ist ein Kanton in der Zentralschweiz.
Deutsch: Schwyz []; Französisch: Schwytz oder Schwyz; Italienisch: Svitto; Rätoromanisch: Sviz; Englisch: Schwyz.
Name
Benannt ist der Kanton nach seinem Hauptort Schwyz.
Da der Kanton Schwyz der wichtigste der drei Schweizer Urkantone war, wurde sein Name bald auf die gesamte Eidgenossenschaft verallgemeinert. Die ins Mittelhochdeutsche übertragene Form Schweiz (mit dem typisch nicht-alemannischen Diphthong) wurde in der Folge im gesamten deutschen Sprachraum als Bezeichnung des Staates üblich; die einheimische Form (ohne Diphthong) wurde hingegen als Suisse ins Französische übernommen. Noch später diente auch die Flagge des Kantons als Modell für die Flagge der Schweiz.
Geographie
Der Kanton Schwyz liegt in der Zentralschweiz, zwischen Zugersee, Vierwaldstättersee und Zürichsee.
Der Kanton Schwyz grenzt an die Kantone Uri, Glarus, St. Gallen, Zürich, Zug und Luzern.
Luzern
Bevölkerung
Sprachen
Die im Kantonsgebiet gesprochenen deutschen Mundarten gehören mit Ausnahme des Bezirks Höfe dem Höchstalemannischen an.
Religionen - Konfessionen
Der Kanton Schwyz ist nach wie vor stark dominant katholisch. Grosse Ausstrahlungskraft hat das Benediktinerkloster Einsiedeln.
Geschichte
Siehe Geschichte des Kantons Schwyz.
Verfassung und Politik
Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert von 1898 (mit zahlreichen Änderungen).
Legislative
Gesetzgebende Behörde ist der Kantonsrat mit 100 Mitgliedern, die vom Volk gemäss Verhältniswahlrecht fest auf vier Jahre gewählt werden. Verfassungs- und Gesetzesänderungen unterliegen der Volksabstimmung. Das Volk kann selbst Verfassungs- und Gesetzesänderungen vorschlagen, wenn 2000 Wahlberechtigte einen dahingehenden Vorschlag unterstützen.
Zusammensetzung 2004 (in Klammern 2000 und 1996):
- Christlichdemokratische Volkspartei (CVP): 34 (43 - 46)
- Freisinnig-demokratische Partei (FDP): 24 (26 - 29)
- Schweizerische Volkspartei (SVP): 27 (20 - 12)
- Sozialdemokratische Partei (SP): 15 (11 - 11)
Bundesversammlung: Der Kanton Schwyz entsendet zwei Vertreter in den Ständerat und vier Vertreter in den Nationalrat.
Exekutive
Vollziehende Behörde ist der Regierungsrat, dessen sieben Mitgliedern direkt vom Volk gemäss Mehrheitswahlrecht fest auf vier Jahre gewählt werden. Den Vorsitz hat der Landammann inne, sein Stellvertreter ist der Landstatthalter.
Departemente:
- Departement des Innern
- Volkswirtschaftsdepartement
- Erziehungsdepartement
- Justizdepartement
- Militär- und Polizeidepartement
- Finanzdepartement
- Baudepartement
Gemäss den Wahlen von 2004 stellt die CVP 3, die FDP 2, die SP 1 und die SVP ebenfalls 1 Regierungsrat.
Judikative
Auf kantonaler Ebene gibt es das Kantonsgericht, das Verwaltungsgericht sowie das Kantonale Strafgericht, auf der Ebene der Bezirke die dem Kantonsgericht untergeordneten Bezirksgerichte und auf kommunaler Ebene die Vermittler (in anderen Kantonen Friedensrichter genannt).
Gemeinden und Bezirke
Im Kanton Schwyz sind sowohl die Gemeinden wie, anders als in den meisten anderen Schweizer Kantonen, die Bezirke autonome Selbstverwaltungseinheiten. Während die Gemeinden aber auch einen eigenen, vom Kanton unabhängigen Wirkungskreis haben, erfüllen die Bezirke nur solche Aufgaben, die ihnen das kantonale Recht überträgt. Sowohl Gemeinden wie Bezirken kommt das Besteuerungsrecht zu; sie setzen die Höhe ihrer Steuern selbst fest.
Öffentlichrechtlich anerkannt sind überdies die römisch-katholischen und die evangelisch-reformierten Kirchgemeinden. Bürgergemeinden gibt es im Kanton Schwyz, im Gegensatz zu vielen anderen Kantonen, nicht.
siehe auch: Gemeinden des Kantons Schwyz
Wirtschaft
Am Volkseinkommen der Schweiz ist der Kanton mit einem Anteil von 1,9% beteiligt, seine Finanzkraft liegt nur einige Prozent unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt.
Städte und Orte
Gemeinden des Kantons Schwyz
Gemeinden mit über 10'000 Einwohnern:
- Schwyz, 14069 Einwohner (2002)
- Freienbach, 13866 Einwohner (2002)
- Einsiedeln, 12868 Einwohner (2002)
- Küssnacht am Rigi, 11345 Einwohner (2002)
- Arth, 10000 Einwohner (April 2004)
Bezirke
Der Kanton Schwyz unterteilt sich in 6 Bezirke und 30 Gemeinden, wobei die Bezirke Einsiedeln, Küssnacht und Gersau jeweils nur aus der gleichnamigen Gemeinde bestehen.
Gersau
- Bezirk Schwyz
- mit den Gemeinden Schwyz, Arth, Ingenbohl, Muotathal, Steinen, Sattel, Rothenthurm, Oberiberg, Unteriberg, Lauerz, Steinerberg, Morschach, Alpthal, Illgau, Riemenstalden,
- Bezirk Einsiedeln mit der Gemeinde Einsiedeln SZ
- Bezirk Gersau mit der Gemeinde Gersau
- Bezirk Höfe
- mit den Gemeinden Wollerau, Freienbach, Feusisberg
- Bezirk Küssnacht mit der Gemeinde Küssnacht am Rigi
- Bezirk March
- mit den Gemeinden Lachen, Altendorf, Galgenen, Vorderthal, Innerthal, Schübelbach, Tuggen, Wangen, Reichenburg
Siehe auch: Gemeinden des Kantons Schwyz
Weblinks
- [http://www.sz.ch/ Offizielle Website]
- [http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/regionen/regionalportraets/schwyz/blank/kennzahlen.html Kennzahlen für Schwyz vom Bundesamt für Statistik]
- [http://www.GoldauerBergsturz.ch/index.html Die Internetseite zum Goldauer Bergsturz von 1806]
Schwyz
!
als:Kanton Schwyz
simple:Schwyz
EidgenossenschaftDer Ausdruck Eidgenossenschaft bezeichnet:
- die Verbindung von Menschen, siehe Eidgenossenschaft (Rechtsbegriff),
- den offiziellen deutschsprachigen Namen der Schweiz, siehe Schweizerische Eidgenossenschaft,
- die so genannt Alte Eidgenossenschaft, ebenfalls in der Schweiz.
Der Ausdruck Eidgenossen bezeichnet:
- ein Synonym für die Schweizer, siehe Schweiz,
- die militärdienstpflichtigen Pferde in der Schweizer Armee.
Habsburger
Die Habsburger sind eine europäische Dynastie.
Geschichte
Frühe Habsburger
Rekonstruktion
Die Rekonstruktion der früheren Generationen lässt sich einerseits nur auf Grund genealogischer Aufzeichnungen, die 1160 erstellt worden sind, und anderseits von einem gefälschten Testamentes eines Werner I. ( - 1030; †1096). Gefälscht daher, weil das Testament auf 1027 datiert ist; jedoch vermutlich um 1085 geschrieben wurde. Habsburgische Stammbaumforscher arbeiteten schon um 1500 komplette Stammbäume von ihrem Geschlecht aus; diese zeigten, dass römische Adlige, Priamos von Troja (Sohn Jupiters) oder König Artus ihre direkten Vorfahren seien. Daher sind derartige Angaben äusserster Vorsicht zu genießen.
Stammväter
Guntram der Reiche (†973) soll nach den 1160 erstellten Stammbäumen der Acta Murensia der Stammvater sein. Eine andere Quelle erwähnt einen Guntram, der Graf am Oberrhein gewesen sein soll. Wenn es die gleiche Person ist, dann könnten die Habsburger aus einem elsässischen Herzogsgeschlecht mit Besitz im Elsass und im Breisgau kommen.
Von Guntram dem Reichen ist dokumentiert, dass er einen Sohn namens Lanzelin oder Kanzelin, Graf von Altenburg (im heutigen Kanton Aargau), hat. Er wird mit einem Landolt, Graf im Thurgau, in Verbindung gesetzt. In neuerer Zeit wird jedoch immer mehr gezweifelt, ob diese diesselben Personen seien.
Um 1020 gründete der Enkel Guntrams Radbot ( - 985; †1045) das Benediktinerkloster Muri, sein Bruder Rudolf das im Oberelsass befindende Kloster Ottmarsheim. Als Herrschaftsmittelpunkt wurde um 1020 von Radbot oder von einem Werner I. ( - 1030; †1096) die Burg Habsburg, welche sich in der heutigen Gemeinde Habsburg AG befindet, errichtet. Die Habsburger hatten auch weitere Burgen errichtet. Otto, Graf von Habsburg (†1111) war der erste der Familie, der sich von Habsburg nannte. Im 11. und 12. Jahrhundert bauten die Habsburger ihre Territorien aus. Sie erwarben Vogteien und Grafschaftsrechten. Sie wurden so Landgrafen im Oberelsass und Vögte des Strassburger Hochstifts und beanspruchten das Erbe der Kyburger, so dass sie Ländereien im Zürigau, Schwyz, Unterwalden, Aargau oder Uri erobern konnten.
Linienteilung und Aufstieg zum König
Die erste Hausteilung fand im frühen 13. Jahrhundert statt. Albrecht IV. war der Begründer der älteren Linie und Rudolf III. der der Habsburg-Laufenburgischen Linie. Durch die Konkurrenz entstand eine räumliche Trennung. Obwohl Rudolf III. nicht zu einer Nebenrolle verdammt wurde, gelang es ihm nicht, ein eigenes Herrschaftszentrum in der Innerschweiz aufzubauen. Spätere Versuche wurden häufig von der älteren Linie vermasselt.
Der Sohn Albrecht IV., Rudolf IV. dagegen konnte sein Reich systematisch aufbauen. Er konnte seine Herrschaft auf den Schwarzwald ausbauen. Durch das Kyburger Erbe konnte er zudem die Ost- und Nordostschweiz für sich beanspruchen. Er wurde zu einem mächtigen Herren in Südschwaben. Seine Ernennung zum römisch-deutschen König 1273 als Rudolf I. besiegelte seinen Erfolg.
Nach der Wahl Rudolfs I. zum römisch-deutschen König etablierten sie mit dem Erwerb der Herzogtümer Österreich und Steiermark eine bedeutende Hausmacht. Mit weiteren Gebietszuwächsen im Osten und dem Verlust der althabsburgerischen Besitzungen in der Schweiz im 14. und 15. Jahrhundert, verlagerte sich das Machtzentrum endgültig in das österreichische Gebiet.
Die Habsburg selbst ging 1415 an die Eidgenossen. Dennoch blieben ihre Beziehungen zu ihrem früheren Kernland eng. Dies zeigte sich unter anderem am Kloster Muri und an der Abtei Königsfelden.
Europäische Großmacht
Das Fürstenhaus Habsburg war für mehrere Jahrhunderte das dominierende Adelsgeschlecht in Mitteleuropa; es stellte von 1282-1453 die Herzöge und von 1453-1780 die Erzherzöge von Österreich.
Die Nichtberücksichtigung im Kreis der Kurfürsten in der Goldenen Bulle veranlasste Herzog Rudolf IV. 1358/59 zu einer Fälschung, dem Privilegium Maius, in dem er den Erzherzogstitel, der später für die Habsburger charakteristisch wurde, für sich beanspruchte.
Nach der Wahl Kaiser Albrechts II. 1438 stellten die Habsburger im Spätmittelalter - mit Ausnahme Kaiser Karls VII. (1742-1745) - alle Kaiser des Heiligen Römischen Reiches bis zu dessen Ende 1806.
Glückliche Familienverbindungen und unvorhersehbare Todesfälle brachten den Habsburgern im 16. Jahrhundert das Herzogtum Burgund und die Kronen Spaniens, Böhmens und Ungarns. Mit den Nachfolgern Kaiser Karl V. teilten sich die Habsburger in eine spanische und in eine deutsche Linie. Nach dem Erlöschen der spanischen Linie, konnten die österreichischen Habsburger nur einen kleinen Teil des spanischen Erbes gewinnen. 1740 starb auch die österreichische Linie und somit die Dynastie im Mannesstamm aus. Durch die Ehe der Erbtochter Maria Theresia mit Franz Stephan von Lothringen nannte sich die Dynastie nun Habsburg-Lothringen. Diese Linie regierte von 1765 bis 1806 das Heilige Römische Reich.
1804 errichtete Kaiser Franz II. (I.) das österreichische Kaisertum bzw. ab 1867 die Österreichisch-Ungarischen Monarchie, das mit dem Rücktritt Kaiser Karls I. 1918 endete.
Österreichisches Kaiserreich
1804 begründete Franz (II.)/(I.) das Kaisertum Österreich als eine Reaktion auf den Zerfallsprozess (Rheinbund) des 'Heiligen Römischen Reiches Deutschen Nation' im Zuge der napoleonischen Expansion und zum Erhalt der Kaiserwürde.
Habsburger nach 1918
Familienoberhaupt ist seit dem 20. November 1930 Otto von Habsburg ( - 1912), der älteste Sohn von Kaiser Karl I. (1887-1922).
Genealogie
Vorfahren
Habsburgische Stammbaumforscher arbeiteten schon um 1500 komplette Stammbäume von ihrem Geschlecht aus; diese zeigten, dass römische Adlige, Priamos von Troja (Sohn Jupiters) oder König Artus ihre direkten Vorfahren seien. Daher sind diese Angaben mit Vorsicht zu genießen. Historisch fundierte Ergebnisse über die Stammbaumverhältnisse sind nicht vorhanden. Einzig die Namen lassen sich belegen.
- Guntram der Reiche (†973; nicht verifizierbar)
- Lanzelin von Altenburg (†991, erwarb gewaltsam Ländereien, worauf die Burg Habsburg gebaut wurde)
- Radbot ( - 985; †1045, mutmaßlicher Erbauer der Burg Habsburg); Gattin war Ita von Lothringen
- Werner I. ( - 1030; †1096)
- Otto, Graf von Habsburg (†1111, nannte sich um 1100 zum ersten Mal als von Habsburg)
Herzöge von Österreich
siehe dazu die Liste der Markgrafen und Herzöge von Österreich im Mittelalter sowie die Listen der Habsburgischen Nebenlinien in Innerösterreich und Tirol.
Römisch-deutsche Kaiser und Könige aus dem Haus Habsburg
- Rudolf I., König 1273, † 1291
- Albrecht I., König 1298, † 1308
- Friedrich der Schöne, König 1314, † 1330
- Albrecht II., König 1438, † 1439
- Friedrich III., König 1440, Kaiser 1452, † 1493
- Maximilian I., König 1486, Kaiser 1508, † 1519
- Karl V., König 1519, Kaiser 1520, abgedankt 1556, † 1558
- Ferdinand I., König 1531, Kaiser 1556, † 1564
- Maximilian II., König 1562, Kaiser 1564, † 1576
- Rudolf II., König 1575, Kaiser 1576, † 1612
- Matthias, König u. Kaiser 1612, † 1619
- Ferdinand II., König u. Kaiser 1619, † 1637
- Ferdinand III., König 1636, Kaiser 1637, † 1657
- Ferdinand IV., König 1653, † 1654
- Leopold I., König u. Kaiser 1658, † 1705
- Joseph I., König 1690, Kaiser 1705, † 1711
- Karl VI., König u. Kaiser 1711, † 1740
Römisch-deutsche Kaiser und Könige aus dem Haus Habsburg-Lothringen
- Franz I. Stephan, König u. Kaiser 1745, † 1765
- Joseph II., König 1764, Kaiser 1765, † 1790
- Leopold II., König u. Kaiser 1790, † 1792
- Franz II., König u. Kaiser 1792, abgedankt 1806, † 1835
Österreichische Kaiser aus dem Haus Habsburg-Lothringen | | |