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| Philippe De Vitry |
Philippe de VitryPhilippe de Vitry ( - 1291 in Vitry; † 1361 in Meaux) war ein französischer Komponist, Dichter und Musiktheoretiker.
Leben
Philippe de Vitry wurde 1291 geboren, seine genaue Herkunft ist allerdings unbekannt, da es mehrere Orte dieses Namens gibt. Er studierte an der Sorbonne und war möglicherweise auch Schüler des Petrus de Cruce. Wahrscheinlich trat er schon früh dem Klerus bei, später war er Sekretär Karls IV.. Nach dessen Tod diente er bei verschiedenen französischen Adeligen, unter anderem auch am päpstlichen Hof in Avignon. 1351 wurde er von Papst Klemens VI. zum Bischof von Meaux ernannt, wo er auch im Jahr 1361 starb.
Vitry galt als einer der führenden Intellektuellen seiner Zeit, er wurde von Petrarca verehrt und war mit Johannes de Muris befreundet, der seine musikalischen Theorien mathematisch zu untermauern versuchte. Als "klassischer" Künstler schuf er gehaltvolle Werke in großer Form, die stets die persönliche künstlerische Handschrift ihres Urhebers tragen und nicht - wie zu dieser Zeit überwiegend noch üblich - religiöse oder gesellige Zweckschöpfungen sind. Neben Guillaume de Machaut ist er der bedeutendste französische Komponist des 14. Jahrhunderts.
Werk
Von den vielen Schriften, die Philippe de Vitry zugeschrieben werden, stammt nur die wichtigste mit dem Titel Ars nova von 1322 (?) mit Sicherheit von ihm. Diese hatte allerdings einen sehr starken Einfluss auf die Entwicklung der Musik und der Musiktheorie. Die Epoche der mittelalterlichen Musik im 14. Jahrhundert insbesondere in Frankreich trägt ihren Namen nach diesem Traktat.
Von seinen Kompositionen sind nur etwa 12 erhalten, darunter fünf frühe Motetten aus dem Roman de fauvel (1316). Das oft zitierte Meisterwerk Tuba - In Arboris ist ein Glaubensbekenntnis mit der Gegenüberstellung von "fides" (lat. Glaube) und "ratio" (lat. Vernunft). In der Motette Hugo - Cum statua schreckt er nicht davor zurück, sich selbst und einen Gegner beim Namen zu nennen.
Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller
Philippe de Vitry
Philippe de Vitry
Philippe de Vitry
Philippe de Vitry
Philippe de Vitry
Philippe de Vitry
Philippe de Vitry
Philippe de Vitry
Philippe de Vitry
1291
Politik und Weltgeschehen
- 17. Juni - Akkon, die letzte Kreuzfahrerbastion, fällt. Ende der Kreuzzüge
- 1. August (in Wahrheit: "Anfang August") - Gründung der Schweizer Eidgenossenschaft, (Rütli-Schwur, Bundesbrief) durch die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden auf der Rütliwiese am Vierwaldstättersee.
- Erste urkundliche Erwähnung von Altdorf bei Nürtingen und Illerrieden.
- Maunu wird Erzbischof von Tartu.
- Philippe de Vitry, französischer Dichter, Komponist, Politiker, Bischof von Meaux († 1361)
- Guido Gonzaga, Graf von Mantua
- 8. Februar - Alfons IV. (Portugal), König von Portugal († 1357)
- 9. März - Cangrande I. della Scala, Stadtherr (Signore) von Verona († 1329)
- 15. Juli - Rudolf I. von Habsburg, römisch-deutscher König ( - 1218)
- 16. August - Friedrich Tuta, Regent der Markgrafschaft Meißen ( - 1269)
als:1291
ko:1291년
MeauxMeaux ist eine französische Gemeinde im Département Seine-et-Marne und der zentralen Region Île-de-France. Ihre Einwohner werden Meldois genannt.
Geografie
Meaux ist mit rund 50.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Departements. Sie liegt im Norden des Bezirks in einer Schleife der Marne und am Ourcq-Kanal, rund 40 Kilometer östlich von Paris, das für die Bewohner der wesentliche Arbeitsplatz ist. Darüber hinaus lebt die Stadt als Markt der Region Brie vor allem von der Milch-, Käse- und Viehproduktion.
Geschichte
Der Name der Stadt, die ursprünglich Iatinum hieß, stammt vom gallischen Stamm der Meldii (Civitas Meldorum). Sie wurde im 3. Jahrhundert durch Dionysius von Paris (Saint Denis) christianisiert, dem nach seinem Märtyrertod der heilige Saintin folgte, der erste Bischof von Meaux. In merowingischer Zeit war Meaux der Hauptort des Pagus Meldensis. Der Reichtum der Stadt führte im 9. Jahrhundert, vor allem 852 und 886 zu Überfällen der Wikinger.
Von 888/889 bis 1019/1021 war Meaux Hauptstadt der Grafschaft Meaux, die sich im Besitz des Grafenhauses Vermandois, einer Linie der Karolinger, befand. Im 14. Jahrhundert fielen Stadt und Grafschaft mit der Champagne an den König.
Am 22. Mai 1239 wurden in Meaux, also weitab von ihrer zentralen Gebieten, 83 Katharer verbrannt.
Der Hundertjährige Krieg (1337-1453) traf die Stadt vergleichsweise schwer mit einer Aufeinanderfolge von Plünderungen, Seuchen und Hungersnöten. Diese Instabilität führte 1358 zu einem Aufstand der bäuerlichen Bevölkerung unter ihrem Anführer Guillaume Callet. Sie brannten rund 60 größere Häuser nieder, ermordeten ihre Bewohner, so dass der Adel sich versteckte, als die Aufständischen vor der Stadt erschienen. Die Einwohner öffneten ihnen die Tore, der Bürgermeister selbst, Jean Soulas, führte sie zu den Verstecken der Adligen. Gaston Phoebus, der Graf von Foix, unterdrückte die Revolte an der Spitze eines Ritterheeres. Als Strafe wurde der Bürgermeister gehängt und die Stadt Meaux zwei Wochen lang den Flammen ausgesetzt.
1420 wurde Meaux fünf Monate lang von den Engländern belagert. Nach der Übergabe der Stadt wurden die Verteidiger gehängt oder geköpft.
Meaux war im 16. Jahrhundert eine der aktivsten Städte, als es um die Ausbreitung des Protestantismus ging (Guillaume Briçonnet, Jacques Lefèvre d'Étaples, genannt Faber Stapulensis, Guillaume Farel, Jean Leclerc). 1546 wurden 60 Protestanten öffentlich verbrannt, viele weitere verbannt. Ab 1562, mit der Tolerierung der protestantischen Religionsgemeinschaft, versuchten die bisher Verfolgten, die Herrschaft in der Stadt zu übernehmen, was mit der Bartholomäusnacht 1572 ihr Ende fand. In den Hugenottenkriegen (1562 bis 1598) stand Meaux auf seiten der Liga, bis sie sich 1593 König Heinrich IV. unterwarf.
Verwaltung
- Der Kanton Meaux-Nord besteht aus dem nördlichen Teil der Stadt Meaux sowie den Gemeinden Barcy, Chambry, Chauconin-Neufmontiers, Crégy-lès-Meaux, Germigny-l'Évêque, Penchard, Poincy und Varreddes (46.528 Einwohner);
- Der Kanton Meaux-Sud besteht aus dem südlichen Teil der Stadt Meaux sowie den Gemeinden Fublaines, Isles-lès-Villenoy, Mareuil-lès-Meaux, Montceaux-lès-Meaux, Nanteuil-lès-Meaux, Trilbardou, Trilport, Vignely und Villenoy (31.457 Einwohner).
Persönlichkeiten
- Philippe de Vitry (1291-1361) war ein Komponist, Dichter und Musiktheoretiker, sein Hautpwerk war Ars nova.
- Die Reformatoren:
- Guillaume Briçonnet (1470-1534), Bischof von Meaux
- Jacques Lefèvre d'Étaples, genannt Faber Stapulensis (1450/1455-1536), 1521-1523 Generalvikar in Meaux.
- Guillaume Farel (1489-1565), 1521-1523 Prediger in Meaux
- Jacques Bénigne Bossuet (1627-1704), genannt Aigle de Meaux (Adler von Meaux), war Bischof von Meaux.
- Marie-Joseph Motier, Marquis de La Fayette (1757-1834) war Präfekt von Meaux
- Henri Moissan (1852-1907) erhielt 1906 den Nobelpreis für Chemie.
Sehenswürdigkeiten
- die gallorömischen Stadtmauern
- Die bischöfliche Stadt mit:
- Der Kathedrale Saint-Etienne (12.-15. Jahrhundert) mit einer Fassade im Flamboyantstil und Seitenportalen aus dem 13. Jahrhundert
- Der Bischofspalast (12.-16. Jahrhundert), das heutige Musée Bossuet
- Das alte Domkapitel (13. Jahrhundert)
- Der Garten Bossuets
- Die Unité d'Habitation, ein Wohnblock von Le Corbusier (1957-1959)
Städtpartnerschaften
- Heiligenhaus (Deutschland)
- Basildon (Großbritannien)
Weblinks
- [http://www.ville-meaux.fr Offizielle Website der Stadt]
Kategorie:Ort in Île-de-France
Frankreich
Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Frankreichs
Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet.
Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner.
Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich
Geschichte
Nationalparks in Frankreich
Hauptartikel: Geschichte Frankreichs
Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.
Politik
Politisches System
Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern.
Siehe auch:
Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium
Aktuelle politische Lage
Finanzministerium
Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.
Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt.
Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten.
Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen.
Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.
Außen- und Sicherheitspolitik
Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen.
In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber.
Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen.
Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist.
Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht.
Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft.
Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale
Administrative Gliederung
Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d'outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d'outre-mer, Abk. D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974).
Abgesehen davon gibt es
- die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, Abk. C.D.) Mayotte (976)
- die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, Abk. C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
- die vier Überseeterritorien (Territoires d'outre-mer, Abk. T.O.M.) Französisch Polynesien (P), Neukaledonien (NC), Wallis und Futuna (WF) und die Französischen Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises, T.A.A.F.)
- die Îles éparses und die Insel Clipperton
Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht. Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den TOM nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist.
Siehe auch: Liste der französischen Regionen, Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet)
Demographie
Zum 1. Januar 2004 wurde die Bevölkerung, einschließlich der Menschen in den Überseegebieten, auf 61,9 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %.
Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen. 2004 betrug die Geburtenrate 1,9.
Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken.
2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (-2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug.
Die Kindersterblichkeit beträgt zur Zeit 4,28 ‰.
Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.
Ethnische Gruppen
- Franzosen
- Bretonen
- Basken
- Italiener (einschließlich Korsen)
- Elsässer/Alemannen, Rheinfranken/Franken
- Flamen (Niederfranken)
- 4,5 Millionen Araber
- Katalanen
- Flamen
- Polen
- andere Ausländer
Neben der (einzigen) Amtssprache Französisch gibt es zahlreiche Minderheitssprachen, über deren Sprecherzahlen aber keine auch nur halbwegs gesicherten Daten vorliegen:
- Bretonisch,
- Deutsch in den Dialekten
- Elsässisch (Elsass)
- Rheinfränkisch bzw. Lothringisch (nördliches und östliches Lothringen),
- Niederfränkisch bzw. Flämisch (Flandern, an der Grenze zu Belgien),
- Baskisch (in den zentralen und östlichen Pyrenäen),
- Katalanisch (im Roussillon),
- Korsisch,
- Italienisch (an der französischen Riviera),
- Okzitanisch (in Südfrankreich) mit dem Dialekt
- Provenzalisch (nur noch wenige Sprecher)
- Polnisch
Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picard, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.
Religionen
Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind.
85 % der Franzosen sind katholisch (also etwa 51 Mio.) und etwa 8 % Muslime (etwa 4,8 Mio.). Daneben gibt es protestantische und jüdische Minderheiten, die zusammen etwa 3 % ausmachen. 4 % gehören keiner Religion an, Tendenz davon steigend. Das sind jedoch Schätzungen.
Bildungswesen
Wie in fast allen europäischen Staaten (Ausnahme: z. B. Deutschland) herrscht eine Bildungspflicht, die im Ggs. zur Schulpflicht auch durch Hausunterricht (Homeschooling) oder durch selbstständiges Lernen abgegolten werden kann. Die Zahl der unbeschulten Kinder und Jugendlichen wird gegenwärtig auf etwa 10.000 geschätzt.
Der Staat bietet folgende Schulformen an:
Lernen
- Vorschule: Maternelle
- Grundschule: école élémentaire
- weiterführende Schulen: collège (das mit dem brevet abgeschlossen wird), gefolgt von
- lycée
- lycée professionnel
- oder CFA für Auszubildende in Betrieben
- Hochschulreife:
- baccalauréat nach insgesamt 12 Schuljahren; nach elf Schuljahren wird je nach Schulzweig (naturwissenschaftlich, wirtschaftlich oder literarisch) schon ein Teil der Prüfungen bewältigt
- baccalauréat professionnel nach 13 Schuljahren für Abgänger des lycée professionnel oder des CFA
- Studium (1. und 2. Jahr):
- Normalweg: DEUG
- Eliteweg: classe préparatoire (zur Vorbereitung auf Grande école)
- Studium (3. und 4. Jahr):
- Normalweg: licence und maîtrise oder école d'ingenieur oder école de commerce
- Eliteweg: Grande école (ENS, ENA etc.)
- Studium (5. Jahr):
- DESS oder DEA. Letzteres dient auch zur Auswahl für eine eventuell sich anschließende Doktorarbeit (thèse)
Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg.
Siehe auch: Schulsystem in Frankreich, Liste der Bildungsminister von Frankreich, Liste der Universitäten in Frankreich, École Polytechnique (Paris), Kindergeld
Wirtschaft
Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle.
Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die Schlüsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle; Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland sein wichtigster Kunde. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch: Liste der Kernkraftanlagen)
Wein steht in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. (Siehe auch: Weinbaugebiete in Frankreich)
- Tourismus (z. B. Logis de France)
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im 1. Quartal 2004 um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im 4. Quartal 2003 waren es 0,6 Prozentpunkte.
Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt, so arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren.
Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist.
Die Inflationsrate betrug 2,1 % (2004).
Die Arbeitslosenzahl belief sich im Januar 2005 auf 10 %, das sind 2.716.000 Erwerbslose.
Die größten französischen Unternehmen 2003 (ohne Banken und Versicherungen)
# Total – Umsatz 104,7 Mrd. € – 11.000 Beschäftigte
# Carrefour – Umsatz 70,5 Mrd. € – 419.000 Beschäftigte
# PSA Peugeot Citroën – Umsatz 54,2 Mrd. € – 200.000 Beschäftigte
# France Télécom – Umsatz 46,1 Mrd. € – 222.000 Beschäftigte
# EDF – Umsatz 44,9 Mrd. € – 167.000 Beschäftigte
# Suez – Umsatz 39,6 Mrd. € – 171.000 Beschäftigte
# Les Mousquetaires – Umsatz 38,4 Mrd. € – 112.000 Beschäftigte
# Renault – Umsatz 37,5 Mrd. € – 140.000 Beschäftigte
# Publicis Groupe – Umsatz 32,2 Mrd. € – 35.000 Beschäftigte
# Saint-Gobain – Umsatz 29,6 Mrd. € – 172.000 Beschäftigte
# Groupe Auchan – Umsatz 28,7 Mrd. € – 156.000 Beschäftigte
# Veolia Environnement – Umsatz 28,6 Mrd. € – 257.000 Beschäftigte
# Centres Leclerc – Umsatz 27,2 Mrd. € – 84.000 Beschäftigte
Kultur
Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann.
Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt.
Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller, Liste französischer Komponisten, Burgen und Schlösser in Frankreich
Nationalparks
Die heutigen Nationalparks haben eine Gesamtfläche von 992.000 ha. Die Kernbereiche, die rund 371.000 ha ausmachen, stehen unter strengem Schutz.
Es gibt 30 regionale Naturparks, die eine Fläche von 5.020.000 ha haben.
- Naturreservat Cap Sizun
- Regionalpark Armorique
- Naturreservat Les Sept lles
- Naturreservat Cap Frehel
- Naturreservat Pointe d' Arcay
- Naturreservat Golfe du Morbihan
- Regionalpark Briere
- Naturreservat Baie de Bourgneuf
- Naturreservat St. Denis-du-Payre
- Naturreservat Baie de l' Aiguillon
- Naturreservat Banc d' Arguin
- Vogel-Naturreservat Marquenterre
- Naturreservat Vallee de La Grande Pierre et de Vitain
- Naturreservat Le Lac de La Foret d'Orient
- Pyrenäen -Nationalpark
- Regionalpark Vosges du Nord
- Regionalpark Volcans d'Auvergne
- Nationalpark Cevennen
- Naturreservat und Vogelschutzpark Villars-les-Dombes
- Regionalpark Pilat
- Regionalpark Vercors
- Naturreservat Aiguilles Rouges
- Naturreservat Marais du Bout du Lac d' Annecy
- Nationalpark Vanoise
- Nationalpark Ecrins
- Regionalpark Luberon
- Nationalpark Mercantour
- Naturreservat und Regionalpark Camargue
- Nationalpark Port-Cros
- Korsischer Regionalpark
- Scandola Naturreservat
- Korsischer Nationalpark
Sport
Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt die französische Fußball-Nationalmannschaft, die so genannte équipe tricolore (siehe auch: Fußball in Frankreich). Aktuell stellt Lyon den französischen Fussballmeister.
Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli, während der dreiwöchigen Tour de France), Rugby, Leichtathletik, Formel 1 (Großer Preis von Frankreich in Magny Cours) und Tennis (French Open in Paris).
In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992.
Siehe auch: Skigebiete in Frankreich
Medien
Die wichtigsten französischen Printmedien sind die nationalen Tageszeitungen:
- Le Monde und Libération (linksorientiert, Druckauflage 2003 ca. 500.000 bzw. 200.000 Exemplare)
- Le Figaro (konservativ, Auflage: 450.000 Exemplare)
- Les Echos, La Tribune (Wirtschaft, 180.000 bzw. 125.000 Exemplare)
- L'Humanité (kommunistisch, 74.000 Exemplare)
- La Croix (katholisch, 114.000 Exemplare)
- L'Equipe (Sport, 485.000 Exemplare und damit die meistgelesene Zeitung überhaupt mit sieben Lesern pro Ausgabe)
Die wichtigsten Nachrichtenmagazine in Frankreich:
- Le Nouvel Observateur (400.000 Exemplare)
- L'Express (400.000 Exemplare)
- Le Point (400.000 Exemplare)
- L'événement du Jeudi
Größte Regionalzeitung ist die Ouest France mit einer Druckauflage von 900.000 Exemplaren.
Bedeutend ist auch das jeweils mittwochs erscheinende Investigations- und Satireblatt Le Canard enchaîné mit einer Auflage von 550.000 Exemplaren.
Feiertage
Militär
Frankreich hat eine Berufsarmee mit 300.000 Soldaten.
Siehe auch
- Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
- Französische Küche
- Nachrichtendienste Frankreichs
- Liste bedeutender Franzosen
- Liste der Präsidenten Frankreichs
- Die schönsten Dörfer Frankreichs
- Weinbaugebiete in Frankreich
Literatur
- Alfred Pletsch: Länderkunde Frankreich. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 2. Auflage 2003, ISBN 3534116917
- Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main, 1995 ISBN 3-596-10860-8
- Bernhard Schmidt, Jürgen Doll, Walther Fekl, Siegfried Loewe und Fritz Taubert: Frankreich-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur, Presse- und Bildungswesen. 2. überarbeitete Auflage 2005, 1224 Seiten, ISBN 3-503-06184-3
- Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3
Weblinks
20px Portal:Frankreich
- [http://www.diplomatie.gouv.fr/index.de.html Website des französischen Außenministeriums]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=46 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.frankreich-forum.de/ Frankreich Forum]
- [http://www.lesvilles.de/ Lokalportal für alle französischen Regionen und Städte]
- [http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanistik/ Romanistik im Internet: Kultur, Literatur und Politik]
Kategorie:Staat
!Frankreich
Kategorie:Land in der EU
Kategorie:Mittelmeer
als:Frankreich
fiu-vro:Prantsusmaa
ja:フランス
ko:프랑스
ms:Perancis
simple:France
th:ประเทศฝรั่งเศส
zh-min-nan:Hoat-kok
DichterDichter - eine spezifisch deutsche Wortbildung für den Verfasser von Dichtung, sprachlicher Kunst. Der Begriff fand im 18. und 19. Jahrhundert im deutschen den Vorzug gegenüber dem des Poeten, der von nun an belächelt für den Liebhaber von Versen stand, den Kauz, der keine Beachtung des modernen Marktes fand. Ihm gegenüber wurde der "Dichter" der Autor hoher Literatur seiner Nation, in Emphasen des Sturm und Drang, der Romantik und des Nationalismus des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ein Seher, Genie und, im herausragenden Fall, geistiger Führer der Nation. Reiner Textproduzent blieb dagegen der "Autor", der Schreiben zum Beruf machen konnte (und dann als Schriftsteller agiert), während der Dichter am Ende (so die mitschwingende Implikation) anerkannt, von der Würdigung leben würde, die ihm die Nation zukommen ließ. Die Einrichtung von Dichterpreisen, Dichterlesungen, der Preußischen und jetzigen Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung trug den Konnotationen dieses Diskurses Rechnung.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlor das Sprechen von Dichtern an Rang gegenüber dem - so die Intention - wertungsfreieren von Autoren und, etwas mehr Wertschätzung zulassend, Schriftstellern.
Eingehender an dieser Stelle die Stichworte Literatur, Poesie und Dichtung.
Er war das - am himmel
SorbonneDie Sorbonne ist die bekannteste und älteste Universität von Paris.
Paris
Überblick
Die Gründung als Theologenschule in Paris wird auf Robert von Sorbon († 1274), den Hofkaplan Ludwigs des Heiligen, zurückgeführt; die Bestätigungsbulle Klemens' IV. datiert von 1268. Ursprünglich ein Alumnat für arme Studenten der Theologie, gelangte die Sorbonne (welchen Namen die Anstalt erst seit dem 14. Jahrhundert erhielt) durch berühmte Lehrer, welche an ihr wirkten, sowie durch reiche Ausstattung gegenüber anderen ähnlichen Kollegien zu immer größerem Ansehen. In ihrem Haus fanden regelmäßig die Sitzungen der theologischen Fakultät der Pariser Universität statt, so dass es seit dem Ende des 15. Jahrhundert üblich wurde, diese Fakultät selbst mit dem Namen Sorbonne zu bezeichnen. An diesen Namen knüpfen sich daher die wichtigsten Entscheidungen, welche vom Mittelalter bis zur Neuzeit für die Gestaltung des Katholizismus in Frankreich ausschlaggebend waren. Aber als Vorkämpferin des Gallikanismus und Feindin des Jesuitenordens, dessen Einführung in Frankreich (1562) sie vergeblich zu verhindern suchte, verlor die Sorbonne allmählich an Einfluss und Ansehen in dem selben Maß, als die Macht der Päpste wuchs. Vollends war es um ihren Ruhm geschehen, als sie sich im Sinn beschränkter Orthodoxie in einen erbitterten Kampf mit den freisinnigen Schriftstellern des 18. Jahrhunderts einließ (vgl. Voltairewurden ihre ausgedehnten, prächtigen Gebäude (1635 - 1653 vom Kardinal Richelieu errichtet) als Nationalgut eingezogen, 1808 aber der neuen kaiserlichen Universität wieder
übergeben. Jetzt bilden sie den Mittelpunkt des Quartier Latin, dem Universitätsviertels Paris', und beherbergen die theologische, die historisch-philologische und die naturwissenschaftliche Fakultät der Pariser Universität.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts unterstützte die Sorbonne König Philipp IV. bei den Gerichtsverfahren gegen den Templerorden.
1968 stand die (besetzte) Universität im Mittelpunkt der Studentenbewegung in Frankreich (Mai-Unruhen).
Diese Universität prägte auch am Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit die "Theorie der doppelten bzw. zweifachen Wahrheit". Konkret bedeutet diese Theorie, dass ein Satz der für die Theologie wahr und richtig ist, es noch lange nicht für die Philosophie sein muss - und umgekehrt. Diese Theorie stellt einen Teil des Kampfes um die Freiheit des Denkens dar. Betroffene Themen waren vor allem die christliche Schöpfungslehre, das Weiterleben nach dem Tode als auch die göttliche Offenbarung.
Berühmte Persönlichkeiten
- Albertus Magnus
- Thomas von Aquin
- Siger von Brabant (siehe Averroismus, Averroistenstreit mit Thomas von Aquin)
- Johannes Calvin
- Pierre Janet
- Marie Curie
- Pierre Curie
- Jacques Lefèvre d'Étaples, Reformhumanist und Bibelübersetzer
Literatur
- Duvernet: Histoire de la Sorbonne. Straßburg 1792 (deutsch, 2 Bde.)
- Franklin: La Sorbonne. 2. Auflage. Paris 1875
- Méric: La Sorbonne et son fondateur. Paris 1888
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/15/seite/0044/meyers_b15_s0044.html#Sorbonne Sorbonne]. In: Meyers Konversationslexikon., 4. Aufl., 1888, Band 15, Seite 44
Weblinks
- [http://www.sorbonne.fr/ Homepage der Sorbonne]
Kategorie:Universität in Frankreich
Kategorie:Paris
ja:パリ大学
KlerusDer Klerus (altertüml. auch Klerisei, Clerisei) ist der Stand, die Gesamtheit oder eine Gruppe von Klerikern .
Ein Kleriker ("der zum Klerus Gehörige", v. lat.: clerus, mlat. clericia, mhd. pfafheit aus griech.: klerós = Los, Anteil) ist ein Amtsträger in der orthodoxen, katholischen und anglikanischen Kirche.
Amt bedeutet in diesem speziellen Sinne, dass er eine der drei Stufen des Weihe-Sakraments empfangen hat.
Kleriker sind damit:
- Diakone
- Priester
- Bischöfe
Der höhere Klerus genoss - ähnlich wie der Adel, dem er fast ausnahmslos entstammte - bis in die Neuzeit als Zweiter Stand verschiedene Privilegien gegenüber dem Dritten Stand.
Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man alle anderen Gläubigen als Laien.
Siehe auch: Klerikalismus
Kategorie:kirchliches Amt
Karl IV. (Frankreich)
Karl IV. der Schöne ( - 1295; † 1. Februar 1328 in Vincennes) war König von Frankreich von 1322 bis 1328.
Karl IV. war der dritte Sohn von Philipp IV. von Frankreich und dessen Gemahlin Johanna von Navarra.
Den Grafen von Flandern unterstützte er gegen dessen rebellierende Untertanen. Ebenso stand er seiner Schwester, der englischen Königin Isabella, gegen deren Gemahl Eduard II. bei, der besiegt und getötet wurde; hierfür trat Isabella an Karl das Agénois ab und bezahlte ihm 50000 Pfund Sterling (1327). Nach innen war Karls Regierung despotisch und drückend.
Nachfahren
In erster Ehe heiratete er Blanche von Burgund. Folgende Nochkommen zeugten sie:
- Johanna ( - 1310)
- Philipp ( - 5. Januar 1314)
Mit Maria von Luxemburg, seiner zweiten Gattin, hatte er die Kinder:
- Margaruite ( - 1323)
- Ludwig ( - März 1324)
Am 13. Juli 1325 vermählte er sich in dritter Ehe mit Johanna von Evreux. Aus dieser Verbindung entstammten die Kinder:
- Johanna ( - 11. Mai 1326)
- Marie ( - 1327)
- Blanche ( - 1. April 1328)
Erbe
Die männlichen Nachkommen Karls IV. starben noch während ihrer Kindheit. Dies bedeutete das Ende der Hauptlinie des Geschlechts der Kapetinger.
Ihm folgte sein Cousin Philipp VI., dessen Vater ein jüngerer Bruder von Philipp IV. war.
Weblinks
- [http://www.mittelalter-genealogie.de/mittelalter/koenige/frankreich/karl_4_der_schoene_koenig_1328.html genealogie-mittelalter.de]
Kategorie:Mann
Kategorie:König (Frankreich)
Kategorie: König (Navarra)
Kategorie:Geboren 1295
Kategorie:Gestorben 1328
ja:シャルル4世 (フランス王)
ko:샤를 4세
1351
Politik und Weltgeschehen
- Eintritt des Kantons Zürich in die Schweizerische Eidgenossenschaft.
- Zürich wird durch Herzog Albrecht belagert.
- Winrich von Kniprode wird Hochmeister des Deutschen Ordens. Er wird diesen zur Hochblüte führen.
- Etwa ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche Deutschlands ist während der Pestepidemie verödet.
- Im Kaiserreich China beginnt ein Guerillakrieg der Kleinbauern gegen die Mongolenherrschaft. Dieser wird 1368 mit der Vertreibung der Mongolen enden.
- Statute of Provisors: In England tritt ein Verbot päpstlicher Pfründenvergabe und Berufungsklage bei der Kurie in Kraft.
- 16. Oktober - Gian Galeazzo Visconti, Regent in Mailand († 1402)
- 1. November - Leopold III. (Habsburg), Herzog von Österreich aus dem Hause Habsburg († 1386)
- 4. Juni - Mastino II. della Scala, Herr von Verona ( - 1308)
- Till Eulenspiegel ( - um 1300)
ko:1351년
simple:1351
Klemens VI. (Papst)Pierre Roger ( - um 1290 auf der Burg Maumont (Corréze); † 6. Dezember 1352) in Avignon, war als Clemens VI. Papst vom 7. Mai 1342 bis zum 6. Dezember 1352.
Pierre Roger stammt vermutlich aus südfranzösischem Adel. Er trat früh in den Benediktinerorden ein. Im Jahr 1326 wurde er Abt von Fécamp, zwei Jahre später, 1328, Bischof von Arras. 1329 wurde er Erzbischof von Sens und ein Jahr später auch Erzbischof von Rouen. Papst Benedikt XII. ernannte ihn 1338 zum Kardinal.
Das Konklave wählte ihn nach zehntägiger Sedisvakanz am 7. Mai 1342 zum neuen Papst. Seine Inthronisation in Avignon erfolgte am 19. Mai. Clemens war ein Nepotist erster Güte, vier Monate nach seiner Besteigung des Stuhl Petri ernannte er zehn neue Kardinäle. Von diesen zehn kamen neun, wie er, aus Südfrankreich und fünf davon waren sogar seine Neffen. Während seines Pontifikats ernannte Clemens VI. insgesamt 25 Kardinäle, davon 19 aus Südfrankreich, von denen 8 seine Neffen waren.
Clemens förderte die Wahl seines alten Bekannten Karls IV. 1346 zum Rex Romanorum, vor allem, um so im Streit mit Ludwig dem Bayern siegreich zu bleiben.
1348 erwarb er für 80.000 Gulden die Grafschaft Avignon von Königin Johanna I. von Neapel. 1350 rief Clemens VI. die zweite Feier eines heiligen Jubeljahres aus.
Papst Clemens VI. starb nach zehnjährigem Pontifikat am 6. Dezember 1352, er wurde in der Abtei La Chaise-des Dien beigesetzt.
Weblinks
-
Kategorie:Papst
Kategorie:Franzose
Kategorie:Geboren 1290
Kategorie:Gestorben 1352
ja:クレメンス6世 (ローマ教皇)
ko:교황 클레멘스 6세
Johannes de MurisJohannes de Muris ( - um 1300; † um 1350) war ein französischer Mathematiker, Astronom, Musiker und Kalenderreformer.
Leben
Geboren um 1300 in der Normandie, lehrte Johannes de Muris ab 1321 an der Sorbonne in Paris, wo er vermutlich um 1350 auch starb. Er wurde dabei zu einem der einflussreichsten Musiktheoretiker des Spätmittelalters. Seine Hauptwerke waren die Musica practica und die Musica speculativa. Hinzu kamen mathematische Schriften wie das Quadripartitum numerorum von 1343 und seine Schrift über die Kalenderreform von 1317.
Werke
Musik
- Musica practica
- Musica speculativa secundum Boethium (1323)
Mathematik
- Canones tabule tabularum (1321)
- Quadripartitum numerorum (1343)
- Arithmetica speculativa (um 1343)
- Figura inveniendi sinus kardagrum
Zeitrechnung
- Epistola super reformatione antiqui kalendarii (1317)
Literatur
- GACK-SCHEIDING, CHRISTINE, Johannes de Muris Epistola super reformatione antiqui kalendarii. Ein Beitrag zur Kalenderreform im 14. Jahrhundert (= Monumenta Germaniae Historica. Studien und Texte, Bd.11), Hannover 1995
- Johannes de Muris, bearb. v. H. LEUCHTMANN u.a., in: Lexikon des Mittelalters, Bd.5, 1990, Nachdruck Stuttgart 1999, Sp.591
Siehe auch:
- Ars nova
Weblinks
-
Muris, Johannes de
Muris, Johannes de
Muris, Johannes de
Muris, Johannes de
Guillaume de MachautGuillaume de Machaut (auch Machault, - zwischen 1300 und 1305; † 13. April 1377 in Reims) war ein französischer Komponist und Dichter des Mittelalters.
Leben und literarisches Schaffen
Das Geburtsdatum und der Geburtsort Machauts sind nicht sicher bekannt. Vermutlich stammte er aus der Gegend von Reims, aus dem Ardennendorf Machau(l)t, und zwar als Sohn einer nichtadeligen Familie, die aber sichtlich wohlhabend genug war, um ihm eine gute Bildung zu ermöglichen. Nach Studien an der Domschule von Reims trat er um 1323 in die Dienste des Herzogs Johann von Luxemburg, der gleichzeitig König von Böhmen, Mähren und Schlesien war, und begleitete ihn als Sekretär auf seinen vielen Reisen durch seine Territorien und auf zahlreichen Kriegszügen. Dank ihm erhielt er 1333, obwohl nie zum Priester geweiht, die Anwartschaft auf eine einträgliche Domherrenpfründe im Domkapitel von Reims, die er 1337 besetzte. Hier hielt er sich ab etwa 1340 überwiegend auf, wenngleich er auch weiterhin viel umherzog.
Als 1346 Johann in der englisch-französischen Schlacht bei Crécy auf Seiten Philipps VI. von Frankreich umkam, trat Machaut in die Dienste von Gutha (alias Bonne) von Luxemburg, der Tochter Johanns und Schwiegertochter Philipps. Als Gutha 1349 starb, war Machaut als Dichter renommiert genug, um keine feste Stellung mehr zu brauchen. Vielmehr schloss er sich wechselnden fürstlichen Mäzenen an, z. B. dem französischen Kronprinzen Karl V. (König 1364–1380) oder dessen kunstliebendem jüngeren Bruder Herzog Jean de Berry († 1416), an deren Höfen er gastierte und denen er – natürlich gegen Entgelt – seine Werke widmete.
Machauts literarisches Schaffen besteht einerseits aus meist kürzeren, überwiegend allegorischen Verserzählungen und -romanen, die in der Regel die Ich-Form benutzen und viele autobiografische Elemente aufweisen. Vor allem aber war er ein sehr produktiver, seine Kunst reflektierender Lyriker, von dem 234 Balladen, 76 Rondeaus und rd. 100 andere Gedichte erhalten sind. Hauptgegenstand dieser Lyrik, die formal und thematisch überwiegend im Gefolge der höfischen Dichtkunst des 12./13. Jahrhunderts steht, ist der Minnesang bzw. "das Lob der Damen". Machaut war übrigens einer der letzten Lyriker, der viele seiner Gedichte vertont hat.
Von Interesse ist er darüber hinaus als Autor des wohl ersten autobiografischen Liebesromans der französischen Literatur, Le Livre du voir dit (=das Buch von der wahren Dichtung), einer 1362 verfassten Liebesgeschichte um die junge Péronne d'Armentières und den schon ältlichen Dichter, wobei dieser zugleich die Entstehung seines Werkes mit thematisiert.
Als Dokument des verbreiteten mittelalterlichen Antisemitismus sei Machauts Verserzählung Le Jugement du Roi de Navarre erwähnt (=das Urteil des Königs von Navarra). Hierin wird die große Pest der Jahre 1349/1350 als Folge von Brunnenvergiftungen durch Juden hingestellt und die Pogrome als ihre gerechte Bestrafung gesehen.
Bei seinen Zeitgenossen galt Machaut als ein Meister vor allem der lyrischen Kunst. Sein Einfluss auf die Lyriker nach ihm, insbes. auf Jean Froissart, Eustache Deschamps und Christine de Pizan war groß.
Seine Existenz als Künstler im Dienste von Höfen und fürstlichen Mäzenen sollte für seine Nachfolger im ausgehenden Mittelalter typisch werden.
Der Komponist
Machaut gilt als bedeutendster Komponist der Ars nova. Wegen der komplizierten Harmonik, Isoperiodik und Isorhythmik, sowie der Loslösung vom Cantus firmus im Tenor und der Aufwertung der Cantilena in seinem Werk wird er als "Avantgardist" des 14. Jahrhunderts angesehen. Seine Messe von 1365 gilt als die erste vollständige vierstimmige Vertonung der Ordinariumsteile, die noch bis in die Zeit der Ecole de Notre-Dame (Pérotin, Léonin) gregorianisch gesungen wurden. Die Neuartigkeit der Kompositionstechnik war der Kirche ein Dorn im Auge. In einer Bulle von 1325 kritisierte Papst Johannes XXII. den neuen Stil und verlangte unter Androhungen von Kirchenstrafen die Wiederherstellung des einstimmigen Gesanges, was wohl auf der damaligen Tonmystik beruht, in der die Einstimmigkeit die Einheit und gleichzeitige Vielheit Gottes symbolisierte. Dem Papst zufolge sollten als Intervalle in der Musik ausschließlich die Oktave (Symbol für die Vollendung und Seligkeit aller Heiligen in Gott), Quarte (Klage über irdische Unvollkommenheit, das Unfertige) und die Quinte als reinstes Intervall Verwendung finden.
Das Hauptwerk Guillaume de Machauts bilden jedoch die weltlichen Kompositionen: Virelais, Rondeaus sowie Chansons balladées, wie Machaut die Ballade bevorzugt nannte. Das Neue an der Liedstruktur ist die Aufgabe des Cantus firmus, das heißt bis zu seinem Wirken war der Tenor als tiefste Stimme der Melodieträger. Machaut weist nun jedoch der Cantilena, der Oberstimme, die Melodie zu, während Tenor (Mittelstimme) und Contratenor begleitende Funktion haben. Die Cantilena ist auch im Gegensatz zum Cantus Firmus frei erfunden. Das bedeutet erstmals die Freiheit aller Stimmen in einem kontrapunktischen Satz, wobei, wie wir es heute gewohnt sind, die Oberstimme die bedeutendste Funktion, die der Melodie, inne hat. Die Freiheit der Melodiefindung ermöglichte Machaut auch eine optimale musikalische Gestaltung seiner Liebeslyrik. Die Musik verleiht dem Text eine außergewöhnliche Individualität, sie unterstützt die Aussagen und ist in ihrer Struktur eng an die Verse des Textes gebunden.
Machauts Werk - Dichtung wie Kompositionen - müssen im Kontext der damaligen Gesellschaft betrachtet werden. Die Rezipienten seines Werkes waren die Fürstenhöfe. Daher steht in seinem Schaffen das "delectare" eindeutig im Vordergrund, was er auch zwischen 1360 und 1370 in seiner Schrift "Prologue" rückblickend bemerkt. Machaut versuchte mit seiner höfischen "musica reservata", die seine Dichtkunst durch die Musik mit einschließt, an die Troubadoure und Trouvères anzuknüpfen.
Werke
- Dichtung
- Le jugement dou Roy de Navarre, Verserzählung
- Livre dou voir dit, Versroman
- La Prise d'Alexandrie, Chronik
- 234 Balladen, 76 Rondeaus, um die 100 weitere Gedichte
- Musik
- Messe de Nostre Dame mit den Teilen Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei, Ite, missa est (4-stimmig)
- Messe Notre Dame ; (electronisch) by Nielrow at http://music.download.com/nielrow/3600-8363-100322897.html?tag
- 23 Motetten
- Hoquetus David (3-stimmig)
- Lieder im Kantilenensatz: es sind bekannt
- 42 Balladen
- 21 Rondeaus
- 34 Virelais
- Andere Liedformen
- 33 Lais
Literatur
- Agnès Baril: Guillaume de Machaut, le livre du voir dit. Ellipses, Paris 2001
- Jacqueline Cerquiglini: Guillaume de Machaut et l'écriture au XIVe siècle. Champion, Paris 2001
- Lawrence M. Earp: Guillaume de Machaut: a guide to research. Garland, New York 1995
- Daniel Poirion: Le poète et le prince. Presses Universitaires de France, Paris 1965
Siehe auch
- Liste französischer Schriftsteller
Weblinks
-
-
- [http://www.pinkernell.de/romanistikstudium Artikel in Namen, Titel und Daten der franz. Literatur] (Quelle für "Leben und literarisches Schaffen")
- [http://www.geocities.com/Paris/3963/courtly.html Biographie] (engl.)
- [http://gallica.bnf.fr/themes/LitMAz6.htm Kurzbiographie] (frz.)
- [http://perso.wanadoo.fr/doublepictures/textes.htm Lyrische Texte] (frz.)
- [http://brassy.club.fr/PartMed/Machaut/Machaut.html Lyrik und Klangbeispiele] (frz.)
- [http://www.culture.gouv.fr/culture/actualites/celebrations2000/machaut.htm Kurzbiographie] (frz.)
- [http://www.medieval.org/emfaq/composers/machaut.html Texte, Biographie, Diskographie] (engl.)
Machaut, Guillaume de
Machaut, Guillaume de
Machaut, Guillaume de
Guillaume de Machaut
Machaut, Guillaume de
Machaut, Guillaume de
Machaut, Guillaume de
Machaut, Guillaume de
Machaut, Guillaume de
Machaut, Guillaume de
Machaut, Guillaume de
ja:ギヨーム・ド・マショー
14. Jahrhundert
Das 14. Jahrhundert begann am 1. Januar 1301 und endete am 31. Dezember 1400.
Es ist die Epoche des Spätmittelalters in Europa.
Ereignisse und Entwicklungen
- Die Krise des 14. Jahrhunderts
- Übergang von der mittelalterlichen Wärmephase zur kleinen Eiszeit
- Entstehung des Osmanischen Reichs
- Ein Drittel der europäischen Bevölkerung stirbt an der seit sechshundert Jahren ersten Epidemie der Pest, siehe Schwarzer Tod. (Erste und gravierendste Welle: 1347–1351, dann mehr oder weniger regelmäßig alle neun bis zwölf Jahre mit Unterbrüchen bis sie 1722 ganz aus Europa verschwindet.)
- Ende der mongolischen Yuan Dynastie in China und Anfang der Ming Dynastie (1368)
- Das Abendländische Schisma der Römisch-Katholischen Kirche beginnt 1378 und führt zu zeitweilig drei gleichzeitigen Päpsten.
- Die seit dem 13. Jahrhundert entstehenden Bauhütten erleben ihre Blütezeit.
Persönlichkeiten
- Bonifatius VIII., Papst
- Albrecht I., Deutscher König
- Longchen Rabjam, buddhistischer Gelehrter
Erfindungen und Entdeckungen
- Richtiges Mischverhältnis des Schwarzpulvers durch den Mönch Berthold Schwarz wird angeblich im Jahre 1313 entdeckt.
- Im Laufe des 14. Jahrhunderts begann man die Kräfte des Wassers und die des Windes aktiv zu nutzen.
- Ein anderes Zeitgefühl hielt Einzug in die Dörfer, es kam mit der Erfindung und Einführung der Turmuhren.
- Die Bauern erhielten ein neues Mittel, ihre Felder zu bestellen, nämlich die Sense.
- Mit der Erfindung des Spinnrades erhielten die Familien eine neue Verdienstmöglichkeit.
- In der Geldwirtschaft wurde die Buchführung wesentlich verfeinert. Kreditbriefe und Wechsel erhielten nicht zuletzt im hundertjährigen Krieg ihre Bedeutung.
- Die Arabischen Zahlen beginnen die Römischen Zahlen abzulösen.
Literatur
- Barbara Tuchman: Der ferne Spiegel. Das dramatische 14. Jahrhundert. ISBN 3-423-10060-5
Links
- [http://www.ig-mim.de Interessengemeinschaft Mensch im Mittelalter e.V] Darstellung des alltäglichen Lebens im 14ten Jahrhundert. Mode, Haushalt, Alltagsleben
01-14
!
ja:14世紀
ko:14세기
th:คริสต์ศตวรรษที่ 14
Ars novaArs nova (lat. neue Kunst) wird eine Epoche der Musikgeschichte
im Frankreich des 14. Jahrhunderts mit Zentrum in Paris genannt.
In dieser Zeit entsteht eine hochentwickelte, zum großen Teil
mehrstimmige Vokalmusik.
Gelegentlich wird der Begriff auch allgemeiner für die Entwicklung der
mehrstimmigen Musik im Europa des 14. Jahrhunderts insgesamt verwendet.
Die Bezeichnung geht zurück auf den Titel der Abhandlung Ars nova
von Philippe de Vitry, die etwa 1320 erschienen ist.
Ein anderes wichtiges Traktat ist die kurz davor verfasste
Notitia artis musicae des Musiktheoretikers Johannes de Muris,
in dem die neue, verbesserte Mensuralnotation erläutert wird,
welche die Möglichkeiten der Notation beim Rhythmus
stark erweiterte. Auf deren Grundlage entstehen in dieser Zeit,
vergleicht man es mit den Werken der Ars antiqua,
harmonisch und rhythmisch sehr komplexe und
differenzierte Kompositionen, die zugleich emotional hoch expressiv sind.
Die ars nova trifft bei ihrem Erscheinen auf heftigen Widerstand der
Verfechter der Alten Kunst (ars antiqua) unter ihren Wortführer
Jakobus von Lüttich. Als der Papst Johannes XXII. in der Bulle
Docta sanctorum patrum 1322 die Aufführung der neuen Musik
in der Kirche verbietet, findet die Musik vor allem im höfischen Adel
Anhängerschaft und Unterstützung, in diesem Umfeld entstehen vermehrt
weltliche Musikformen.
Die vorherrschenden Gattungen der ars nova sind neben der Motette
verschiedene mehrstimmige Liedformen (Ballade, Rondeau, Virelai).
Als formale Kompositionsprinzipien entwickeln sich Isoperiodik und
Isorhythmik, Höhepunkt der Entwicklung stellt die isorhythmische Mottete dar.
Als bedeutendster Künstler der ars nova gilt Guillaume de Machaut.
Nach seinem Tod im Jahre 1377 findet die ars nova bis ins 14. Jahrhunderts
ihre Fortsetzung in der ars subtilior genannten Spätphase.
Siehe auch: Musik des 13. Jahrhunderts
Kategorie:Alte Musik
Kategorie:Mittelalter
ja:アルス・ノーヴァ
1322
Politik und Weltgeschehen
- In der Schlacht bei Mühldorf gelingt es Ludwig dem Bayern, Friedrich den Schönen gefangen zu nehmen. Gegen Thronverzicht wird dieser freigelassen. Am 28. September ist Friedrich abgesetzt. Darauf bittet Ludwig Johannes XXII. um päpstliche Anerkennung.
- Die oben erwähnte Schlacht bei Mühldorf wird heute als die letzte Ritterschlacht betrachtet.
- Johannes XXII. klag Ludwig den Bayern an. Der Machtkampf zwischen Papst und König entbrannt aufs Neue.
- In der Bulle Cum inter nonnullos verdammt Papst Johannes XXII. die Lehre von der absoluten Armut Christi der Franziskaner.
- Die Mailänder bitten König Ludwig um Hilfe. Sie werden von Neapel bedrängt.
- Johann von Luxemburg versucht seinen Erbanspruch auf die polnische Krone durchzusetzen. Später wird er darauf verzichten.
- Das Verhältnis zwischen Johann von Luxemburg und Ludwig dem Bayern wird zusehends schlechter.
- Karl IV. von Frankreich wird zum neuen französischen König.
- Die Universität von Cahors wird gegründet.
-
- 3. Januar - Philipp V. der Lange, König von Frankreich ( - 1291)
- 24. Juni - Matteo I. Visconti, politischer Führer Mailands ( - 1255)
ko:1322년
Musik des Mittelalters
Als mittelalterliche Musik wird europäische Musik bezeichnet, wie sie seit dem 9. Jahrhundert aufgezeichnet und in der Folgezeit bis etwa 1450 entstanden ist. In der Musikwissenschaft wird das musikalische Mittelalter in drei Epochen unterteilt: Die Zeit der Gregorianik bis etwa 1100 mit vorwiegend einstimmiger Musik, die Musik des 12. und 13. Jahrhunderts (Notre-Dame-Epoche) mit der Entwicklung mehrstimmiger Musik und die Musik von etwa 1300-1450 (Ars Nova, Trecento) mit einer zunehmenden Ausdifferenzierung unterschiedlicher Stile in verschiedenen Ländern.
= Gregorianik ca. 900-1100 =
Gregorianischer Choral (Liturgische Musik)
Die Rückbesinnung auf Papst Gregor I. (gest. 604) als Verfasser des Chorals im 9. Jahrhundert dürfte auf eine Zuschreibung durch Johannes Diaconus in seiner Vita Gregorii zurückgehen, der beschreibt, Papst Gregor I. habe den Choral vom heiligen Geist empfangen, eine Vorstellung, die sich in zahlreichen mittelalterlichen Buchillustrationen wiederfindet, die Gregor mit dem heiligen Gesit in Gestalt einer Taube zeigen, die ihm die Melodien diktiert. Inzwischen gilt als sicher, dass die mehreren tausend Choralmedoldien nicht auf eine Person zurückgehen. Ob das Repertoire der gregorianischen Choräle aber auf eine einzige in der Karolingerzeit mit Neumen niedergeschriebene Sammlung zurückgeht, ist nicht geklärt.
Bis zur Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils 1962 war der gregorianische Choral in der römisch-katholischen Liturgie noch präsent. Seitdem ist er nur noch in Klöstern oder in besonderen Gottesdiensten mit lateinischer Liturgie in Gebrauch.
Im Mittelalter war der Choral funktionaler Bestandteil der Liturgie von Messe und Offizium (Stundengebet).
Zu jedem Stundengebet gehören das Intonieren von Psalmen mit den dazugeörigen Antiphonen, das Singen von Hymnen und Cantica und die Schriftlesung mit den zugehörigen Responsorien. Heute werden die Stundengebete meist nur noch von Klöstern und an großen Kathedralkirchen eingehalten.
Die Choräle für das Offizien, die acht Stundengebete Matutin, Laudes, Prim, Sext, Non, Vesper und Komplet sind in einem liturgischen Buch, das Antiphonale genannt wird, zusammengestellt. Musikalisch sind Matutin, Laudes und Vesper besonders wichtig. Zur Vesper gehört das berühmte Canticum magnificat anima mea dominum, in der Komplet wird je nach Zeitpunkt im Kirchenjahr eine der vier Marienantiphonen, alma redemptoris mater, ave regina caeloreum, regina caeli laetare oder salve regina gesungen.
Zur Liturgie der Heiligen Messe gehören ein variabler Teil, abhängig vom Kirchenjahr und besonderen Festtagen und ein unveränderlicher Teil, der immer gleich bleibt. Die variablen Anteile werden Proprium Missae, der feststehende Anteil Ordinarium Missae genannt. Zum Proprium gehören die Gesänge Introitus, Graduale, Halleluja, Tractus, Offertorium und Communio. Das Ordinarium besteht aus Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei. Die Choräle für Poprium und Ordniarium der Messe wurden im Graduale zusammgefasst. Besonders häufig benötigte Choräle aus Antiphonale und Graduale wurden auch im Liber Usualis notiert. Die Texte der Messe finden sich im Missale, die des Offizium im Breviarium.
Die Rolle Gregors aus Sicht des 19. Jahrhunderts
Im 19. Jahrhundert, mit dem Beginn der wissenschaftlichen Erforschung der Musik des Mittelalters, wurde Gregor als Schöpfer zahlreicher musikalischer Phänomene identifiziert. Diese Einschätzung beruhte auf einer unkritischen Beschäftigung mit den damals neu entdeckten Quellen, in denen der gregorianische Choral als Basis aller sakralen Musik dargestellt wurde. Heute geht man davon aus, dass im Mittelalter die Musik als Ganzes vielfach nur deshalb auf Gregor zurückgeführt wurde, um auch neue Phänomene aus der göttlichen Eingebung des Chorales an Gregor, und damit als gottgegeben, abzuleiten. Dies entspricht der mittelalterlichen wissenschaftlichen Methode, alles Neue von einer anerkannten Autorität (auctoritas) abzuleiten und letztlich die Einheit des Wissens festzustellen.
Der Lexikontext von Meyer's aus dem Jahr 1880 ist ein gutes Beispiel für die Haltung des 19. Jahrhundert gegenüber Gregor:
:"Von höchster Wichtigkeit aber sind die Fortschritte, welche die Musik dem Papst Gregor der Große (gest. 604) zu danken hat. Dieser vervollständigte das System der Kirchentonarten, indem er den vier Ambrosianischen Tonarten, den so genannten authentischen, vier weitere hinzufügte, welche Plagaltonarten genannt wurden .... Die enge Zusammengehörigkeit der authentischen und plagalischen Töne (deren Verhältnis von den Schriftstellern des Mittelalters durch die Bezeichnung "männlich" und "weiblich" treffend charakterisiert ist) zeigt sich am deutlichsten darin, dass der musikalische Schwerpunkt, der Grund- oder Finalton, beiden gemeinsam ist ..."
:"Ein weiteres Verdienst um die Musik erwarb sich Gregor durch die Verbesserung der schon von den Päpsten Silvester und Hilarius im 4. und 5. Jahrhundert gegründeten Kirchengesangschulen sowie durch Zusammenstellung der zu seiner Zeit bekannten Kirchengesänge in dem so genannten Antiphonarium centone, welches bis zur Gegenwart die Grundlage des römischen Kirchengesanges geblieben ist. Den Gipfel seiner musikreformatorischen Tätigkeit aber bezeichnet die Einführung der nach ihm benannten Vortragsweise, des Gregorianischen Gesanges oder Cantus planus (lat., ebener Gesang), so genannt, weil er nicht, wie der antike und auch noch der Ambrosianische Gesang, den Zeitwert der Töne dem Metrum der Dichtung unterordnete, sondern es dem Sänger überließ [...] die Textesilben, wie in der ausdrucksvollen Rede, nach Belieben zu dehnen und zu verkürzen."
Weltliche oder Profane Musik
Musiktheorie
De harmonica institutione
Der erste, welcher es unternahm, feste Regeln für das gleichzeitige Erklingen zweier oder mehrerer Tonreihen auszustellen, war Hucbald (Ubaldus), ein Mönch des Klosters St.-Amand in Flandern (ca. 840 bis ca. 930). Er folgte dabei teils der antiken Musiklehre, welche in der lateinischen Bearbeitung des Boëthius (gest. 525 n. Chr.) zu seiner Zeit wiederum Gegenstand des Studiums geworden war, teils den bereits vor ihm an musikalischen Instrumenten gemachten praktischen Erfahrungen; die von ihm benutzten Namen Diaphonie ("Zusammenklang") und Organum ("Musikinstrument") deuten auf die eine wie auf die andere Quelle.
Das Verfahren Hucbalds bestand zunächst darin, dass er zu einer Tonreihe eine zweite in der schon von den Griechen als vollkommenste Konsonanz anerkannten Quinte hinzufügte; sodann gewinnt er durch Oktavenverdoppelung der tiefen Stimme Quartenparallelen in den beiden Oberstimmen; endlich durch Oktavenverdoppelung der zweiten Stimme einen vierstimmigen Satz, z. B. Neben dieser rein mechanischen Tonkombination empfiehlt er aber noch eine andere von nur zwei Stimmen, deren eine meist auf derselben Tonhöhe verweilt, während die andere sich in verschiedenen Intervallen um sie herum bewegt.
Indessen war auch mit dieser Art des Organums, wiewohl es schon eine annähernd kunstmäßige Gestalt zeigt, für die Ausbildung der mehrstimmigen Musik noch nicht viel gewonnen, und man wird die begeisterten Äußerungen Hucbalds bezüglich der Wirkung dieses "lieblichen Zusammenklanges" mit Vorsicht aufnehmen müssen.
Micrologus (1025)
Auch dem ein Jahrhundert später wirkenden, als Musikreformator zu hohem Ruhm gelangten Guido von Arezzo (gest. 1050) sollte es nicht gelingen, die Kunst des mehrstimmigen Tonsatzes wesentlich zu fördern; dagegen ist ihm ein anderer wichtiger Fortschritt zu verdanken, die Ausbildung einer den erhöhten Bedürfnissen der Musik entsprechenden Notenschrift. Als solche waren von den Griechen die 24 Buchstaben des Alphabets (für die Instrumente in verkehrter Stellung) benutzt worden, von Gregor d. Gr. aber die des lateinischen Alphabets und zwar, in richtiger Erkenntnis der Notwendigkeit einer Vereinfachung der antiken Notation, nur die sieben ersten als zur Bezeichnung der diatonischen Tonleiter hinreichend. Beide Notierungsarten aber litten an dem Fehler, dass sie das Steigen und Fallen der Melodie nicht anschaulich darstellten.
Dies vermochte eine dritte schon zu Gregors Zeit bekannt gewesene und auch von ihm neben den Buchstaben benutzte Tonschrift, die Neumen, bestehend in einer großen Zahl von Zeichen, Punkten, Strichelchen und Schnörkeln, deren Ursprung in den Accenten der griechischen Schriftsprache zu suchen ist, bis zu einem gewissen Grade; doch war die Stellung der einzelnen auf- und absteigenden Tonzeichen, solange man dieselbe nicht mit Hilfe eines Liniensystems präzisierte, zu unbestimmt, um nicht die verschiedensten Lesarten zuzulassen. Diesem Übelstand nun half Guido ab, indem er die Versuche seiner Vorgänger mit erst einer, dann zwei bald schwarzen, bald farbigen Linien dadurch zum Abschluß brachte, dass er vier Linien nebst den dazwischenliegenden Spatien benutzte und so die Möglichkeit gewann, den Neumen im Umfang einer Oktave (genau einer None) ihren bestimmten Platz anzuweisen.
Von den mancherlei weiteren Erfindungen, welche die Zeitgenossen und Nachfolger des gefeierten Mannes ihm zum Teil mit Recht, zum Teil mit Unrecht zugeschrieben haben, verdient namentlich seine Gesanglehrmethode Erwähnung, vermittelst welcher er in Jahresfrist oder höchstens in zwei Jahren die Ausbildung eines Sängers vollenden zu können behauptete. Diese Methode bestand darin, dass der Schüler die Intervallverhält-nisse eines zu erlernenden Gesanges durch Vergleichung mit einem ihm schon bekannten schneller erfasste; als einen zu solchen Vergleichen geeigneten Melodientypus empfahl Guido einen Hymnus des Paulus Diaconus, in welcher die Sänger bei Heiserkeit von Johannes dem Täufer, dem "Patron der hellen Stimme" (vox clamantis), Heilung erflehten: Der Vorteil, den gerade dieser Hymnus dem Schüler bot, war ein doppelter: einmal, weil ihre einzelnen Melodiephrasen (nach heutiger Ausdrucksweise "Takte") die für die Kirchentonarten charakteristischen Intervallverhältnisse darstellten, sodann, weil die Anfangstöne dieser Phrasen eine aufsteigende diatonische Skala bilden, welcher zufällige Umstand später die romanischen Völker veranlaßte, die Töne der Tonleiter mit den Silben ut re mi fa sol la zu bezeichnen. (Das si für die siebente Stufe wurde erst später, nachdem das Oktavensystem allgemein angenommen war, in Frankreich hinzugefügt).
Notation
Texte
Institutionen
Quellen
- Codex Blandiniensis, Brüssel, Bibliothèque Royale, Codex 10127-10144 entstanden 8./9. Jh., eine der ältesten Handschriften mit den Texte der Messgesänge
= Notre-Dame und Minnesang ca. 1100-1300 =
Ungeachtet aller Fortschritte, welche die Musik bisher gemacht, mußte ihre nunmehr wichtigste Aufgabe, die Vervollkommnung des mehrstimmigen Gesanges, so lange ungelöst bleiben, als es dem Belieben der Sänger überlassen war, die Dauer der Töne zu bestimmen, und es an Mitteln fehlte, wie die Höhe und Tiefe, so auch den Zeitwert des Tons durch die Schrift dem Auge kenntlich zu machen. Dieser Mangel gab Veranlassung, dem cantus planus einen cantus mensurabllis ("gemessener Gesang", Mensuralmusik) gegenüberzustellen, dessen Regeln zuerst von Franco von Köln (um 1200) festgestellt wurden.
Wie seine Vorgänger, geht auch Franco von den Griechen aus, indem er zunächst nur zwei Notenwerte, die Longa und die Brevis, annahm, entsprechend der langen und kurzen Silbe der antiken Prosodie. Die Vereinigung dieser beiden Notengattungen, deren letztere die Hälfte der erstern galt, ergibt den Modus, der entweder als Trochäus oder als Jambus erscheint, selbstverständlich aber stets dreiteilig ist; so erklärt es sich, dass in den frühsten Zeiten der Mensuralmusik der dreiteilige Rhythmus allein Anwendung fand und, als später auch der zweiteilige in Gebrauch kam, der vollkommene genannt wurde, letzterer aber der unvollkommene. Im weitern Verlauf seiner Darstellung freilich verlässt Franco die Traditionen des Altertums, denn hier erscheinen als neue Notenwerte die doppelte Longa (Maxima) und die halbe Brevis (Semibrevis).
Mit diesen Zeichen, zu denen noch das für die Pause kommt, war es schon möglich, eine rhythmisch mannigfaltige Musik zu notieren; nur litt die Mensuralnotation des Mittelalters an dem Übelstand, dass der Wert der Noten nicht durch ihre Gestalt allein, sondern auch durch ihre Stellung zur Nachbarnote bedingt war, was ihre Entzifferung sehr erschwerte. Die Schwierigkeiten häuften sich noch bei den so genannten Ligaturen, d. h. Gruppen von mehreren in ein Zeichen zusammengezogenen Noten, welche auf einer Silbe gesungen wurden, und in denen der Wert der einzelnen Noten sich nach dem rechts oder links befindlichen auf- oder absteigenden Strich etc. bestimmte.
Zudem war das wichtige Hilfsmittel zur exakten Wiedergabe der Mensural- oder, wie sie auch genannt wurde, Figurenmusik, der Taktstrich, um diese Zeit noch unbekannt; erst im 16. Jahrhundert erscheint er hier und da, bis er im Anfang des 17. Jahrhundert allgemein in Gebrauch kommt.
= Ars Nova, Trecento ca. 1300-1450 =
Auf einer ungleich höhern Stufe zeigt sich die neue Kunst des mehrstimmigen Tonsatzes zur Zeit des Marchettus von Padua und des Johannes de Muris, Doktors der Theologie an der Universität zu Paris (um 1300). In den Schriften dieser Männer erscheint zuerst das Verbot der noch von Hucbald ihres Wohlklangs wegen gepriesenen Quinten- und Oktavenparallelen nebst verschiedenen anderen für den mehrstimmigen Tonsatz noch bis heute gültig gebliebenen Lehren. Auch findet sich bei de Muris schon das Wort Kontrapunkt statt des bis dahin gebräuchhlichen Ausdrucks Discantus als Bezeichnung eines zweistimmigen Tonsatzes.
Zur vollen Entfaltung aber gelangt die mehrstimmige Musik erst Ende des 14. Jahrhunderts mit Guillaume Dufay, der als Mitglied der päpstlichen Sängerkapelle nach Zurückverlegung des heiligen Stuhls von Avignon nach Rom hier die für Ausbildung des Kontrapunktes erfolgreichste Periode eröffnete, welche nach der hauptsächlich dabei beteiligten Nation die niederländische genannt wird. Von hoher Bedeutung wurde es für die Wirksamkeit der niederländischen Tonsetzerschule, dass inzwischen neben der geistlichen auch die weltliche Musik zum Leben erwacht war.
Die Ausbildung der Vulgärsprachen, die pädagogischen Bemühungen der seit der Zeit Karls d. Gr. blühenden Universitäten und Klosterschulen, von welch letztern namentlich die zu St. Gallen auch die Musik mit Eifer pflegte, endlich die Einflüsse des Morgenlandes teils von dem maurischen Spanien her, teils während der Kreuzzüge, alles dies hatte zur Entfesselung der künstlerischen, im besondern der dichterischen und musikalischen, Triebe der abendländischen Völker mitgewirkt.
Im südlichen Frankreich erklingt zuerst der Gesang der Troubadoure und erweckt bald darauf bei den germianischen Völkern die Kunst des Minnesangs. Waren es in beiden Fällen vorwiegend die höheren Gesellschaftsklassen, welche sich der Pflege des Gesanges annahmen, so traten die bürgerlichen Elemente der Bevölkerung und die bis dahin gering geachtet gewesenen Instrumentalmusiker in gleicher Absicht zu zunftmäßig geordneten Genossenschaften zusammen und förderten, wenn auch in beschränkter Weise, das Verständnis für Dicht- und Tonkunst.
Die Schulen der Meistersinger in Nürnberg, Ulm, Straßburg, die Instrumentalgenossenschaften Nikolai-Bruderschaft zu Wien (1288) und Confrérie de Saint-Jullen des ménestriers zu Paris (1330, f. Musikantenzünfte) dürfen in diesem Sinn musikgeschichtliche Bedeutung beanspruchen, wie tief auch ihre Leistungen an Kunstwert unter denen der Troubadoure und Minnesänger stehen und nicht minder unter den Erzeugnissen des Volksgesanges, von dessen hoher Blüte zu damaliger Zeit das neuerdings in der Bibliothek zu Wernigerode aufgefundene, im 15. Jahrhundert verfasste so genannte Lochheimer Liederbuch unzweideutige Kunde gibt.
Weit entfernt, der ausschließlich von der Kirche gepflegten Kunstmusik hinderlich in den Weg zu treten, gewährte vielmehr dieser Aufschwung des weltlichen Gesanges den niederländischen Kontrapunktisten eine schätzbare Unterstützung zur Lösung ihrer Aufgabe, im allgemeinen durch die ermutigende Teilnahme, welche nun auch aus weitern Kreisen ihren Arbeiten entgegengebracht wurde, im besondern, indem ihnen der Volksgesang das melodiöse Material zu ihren Kompositionen lieferte; denn auf selbständige Erfindung von Melodien mußte die Kunstmusik verzichten, solange der Kampf mit der Technik des mehrstimmigen Tonsatzes die Kraft des Komponisten für sich allein in Anspruch nahm.
Dies erklärt die der heutigen Zeit befremdliche Verwendung volkstümlicher Mel | | |